Die Energieversorgung in Berlin und Brandenburg könnte sich ab Mai deutlich verteuern. Grund ist eine Ankündigung Russlands, kein kasachisches Öl mehr über die Druschba-Pipeline zur PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt zu liefern. Dies berichtet der Spiegel unter Berufung auf Unternehmenskreise.
Hintergrund des Lieferstopps
Russland begründet den Schritt mit technischen Problemen. Experten vermuten jedoch politische Motive hinter der Entscheidung. Die Raffinerie in Schwedt ist eine der größten in Ostdeutschland und versorgt weite Teile Berlins und Brandenburgs mit Kraftstoffen und Heizöl. Auch der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ist auf die Lieferungen angewiesen.
Auswirkungen auf Verbraucher
Sollte der Lieferstopp wie angekündigt umgesetzt werden, drohen Engpässe und steigende Preise an den Tankstellen. Heizölkunden müssten ebenfalls mit höheren Kosten rechnen. Die Bundesregierung prüft nach eigenen Angaben bereits Alternativen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Dazu gehören Lieferungen aus anderen Ländern sowie der Einsatz von Reserven.
Wirtschaftliche Folgen
Die Raffinerie in Schwedt beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter und ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. Ein längerer Ausfall könnte nicht nur die Energiepreise treiben, sondern auch Arbeitsplätze gefährden. Die Landesregierung Brandenburgs hat bereits Krisengespräche angekündigt.
Bereits in der Vergangenheit hatte Russland die Öllieferungen über die Druschba-Pipeline mehrfach gedrosselt. Die neue Ankündigung verschärft die ohnehin angespannte Lage auf dem Energiemarkt. Verbraucher sollten sich auf steigende Preise einstellen, sofern keine schnelle Lösung gefunden wird.



