Alex Rins steht vor dem Aus bei Yamaha – und kann es kaum fassen. Der Spanier bestätigte, dass er zur Saison 2027 nicht mehr Teil des Werksteams sein wird. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, verpflichtet Yamaha stattdessen Trackhouse-Pilot Ai Ogura als Teamkollegen von Jorge Martin.
Frühe Entscheidung trotz V4-Neustart
Besonders irritiert zeigt sich Rins vom Zeitpunkt. Nach nur drei Rennen der Saison 2026 sei seine Zukunft faktisch entschieden worden – obwohl die neue M1 mit V4-Motor noch mitten in der Entwicklungsphase steckt. „Wenn man ein bisschen Ahnung von Motorrädern hat, ist das schwer zu verstehen“, erklärte Rins. „Wie kann man in einem komplett neuen Projekt nach drei Rennen alles festlegen, wenn das Bike nicht bei 100 Prozent ist?“
Der 30-Jährige betont, seit dem ersten privaten Test in Barcelona alles investiert zu haben. „Es ist schon überraschend, dass sie nach drei Rennen alles entscheiden.“ Tatsächlich kämpft Yamaha nach dem radikalen Motorwechsel weiter mit Performance-Problemen.
Medienberichte statt Klartext
Besonders bitter: Rins erfuhr von seinem Aus zunächst aus der Presse. Erst elf Tage später bestätigte Teammanager Massimo Meregalli die Entscheidung indirekt. „Ich habe Maio angerufen und direkt gefragt. Er sagte nichts Offizielles, aber: ‚Wir haben mit dem zweiten Fahrer unterschrieben.‘ Mehr nicht.“ Auch spanische Medien berichten über den bereits vollzogenen Wechsel.
Ogura, 25 Jahre alt und aktuell für Trackhouse-Aprilia unterwegs, gilt als strategischer Baustein für die neue 850cc-Ära ab 2027.
Zukunft völlig offen
Sportlich läuft es für Rins bislang schleppend: drei Punkte nach drei Rennen sprechen eine klare Sprache. „Im Moment weiß ich nicht, wie es weitergeht. Ich kann nur Vollgas geben“, sagt er. Eine Option bei Pramac hält er für unwahrscheinlich, einen Wechsel in die Superbike-WM schließt er praktisch aus: „Ich habe hier noch viel Potenzial.“
Für Rins beginnt damit ein Wettlauf gegen die Zeit – auf einer M1, die selbst noch ihren Platz im Feld sucht.



