Kanada baut Gaspipeline für Asien-Exporte aus
Kanada baut Gaspipeline für Asien-Exporte aus

Kanadische Gaspipeline wird für Exporte nach Asien ausgebaut

Die kanadische Regierung hat den Ausbau einer Erdgas-Pipeline an der Westküste genehmigt, um die Exporte nach Asien zu steigern. Der milliardenschwere Ausbau ist Teil von Kanadas Strategie der Handelsdiversifizierung, wie das Ministerium für natürliche Ressourcen am Freitag in Ottawa mitteilte. Premierminister Mark Carney erklärte, dass mehr Exporte von Erdöl und Erdgas nach Asien der Energie-Supermacht Kanada helfen könnten, die sich verschlechternden Handelsbeziehungen zu den USA auszugleichen.

Die Pipeline könnte jedoch auch den Verkauf von Flüssiggas (LNG) an die USA erleichtern und damit Kanadas Position bei den bevorstehenden Verhandlungen mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump über ein neues nordamerikanisches Handelsabkommen verbessern. Die Pipeline in der Provinz British Columbia, die dem kanadischen Energieriesen Enbridge gehört, soll ab dem Sommer für vier Milliarden kanadische Dollar (rund 2,5 Milliarden Euro) ausgebaut werden.

Hintergrund: Irankrieg und LNG-Markt

Der Ausbau erfolgt vor dem Hintergrund des Krieges der USA und Israels gegen Iran, der den internationalen LNG-Markt stark unter Druck gesetzt hat. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt vor längerfristigen Auswirkungen des Konflikts auf die LNG-Versorgung. Kanada könnte davon profitieren, dass seine Lieferungen fossiler Energieträger nach Asien nicht die Konfliktregion passieren müssen.

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Technische Details des Ausbaus

Die Gaspipelines von Enbridge erstrecken sich über 2900 Kilometer vom Nordosten British Columbias bis zur kanadisch-amerikanischen Grenze. Derzeit haben sie eine Gesamtkapazität von 100 Millionen Kubikmetern pro Tag. Mit dem Ausbau soll die Kapazität um rund 8,5 Millionen Kubikmeter pro Tag erhöht werden. Die Erweiterung umfasst den Bau neuer Pipelineabschnitte entlang des bestehenden Systems, zusätzliche Erdgasverdichtungskapazitäten sowie Modernisierungen und Umbauten bestehender Anlagen.

Die Arbeiten sollen bis Ende 2028 abgeschlossen sein. Für den internationalen LNG-Markt, der durch den Irankrieg stark unter Druck geraten ist, bedeutet das Projekt somit keine baldige Entlastung. Dennoch sehen Experten darin einen wichtigen Schritt zur Diversifizierung der kanadischen Exportmärkte und zur Stärkung der Energiesicherheit.

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