Keine Fortschritte in der Straße von Hormus: Ölpreise steigen weiter an
Frankfurt – Die Ölpreise ziehen weiter an, der Nahost-Konflikt bleibt der zentrale Treiber an den Märkten. Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Die Nordsee-Sorte Brent steigt am Montag um rund zwei Prozent auf gut 107 Dollar (etwa 91 Euro) pro Barrel, US-Öl WTI klettert auf über 96 Dollar (knapp 82 Euro). Damit bleiben die Preise auf Krisenniveau, nach den massiven Aufschlägen der vergangenen Woche.
Diplomatie festgefahren: Gespräche zwischen Washington und Teheran stocken
Auslöser ist die festgefahrene Diplomatie: Die Gespräche zwischen Washington und Teheran kommen nicht voran – US-Präsident Donald Trump hat sogar eine geplante Reise seiner Unterhändler abgesagt. Zwar gibt es Berichte über einen neuen iranischen Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus, umgesetzt ist davon aber nichts.
Warum die Straße von Hormus alles entscheidet
Für den Ölmarkt ist genau das entscheidend. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Öltransport. Ein großer Teil des globalen Angebots läuft durch diese Meerenge. Aktuell ist der Schiffsverkehr stark eingeschränkt. Das bedeutet: weniger Öl auf dem Weltmarkt und steigende Preise. Und das kommt mit Verzögerung auch bei den Verbrauchern an. Denn teureres Rohöl ist die Grundlage für höhere Spritpreise. Wenn der Ölpreis länger hoch bleibt, dürften auch Benzin und Diesel wieder teurer werden.
Asien vorn – global kein einheitlicher Trend
Gleichzeitig laufen die Börsen auseinander. In Asien geht es zum Wochenstart nach oben. Der japanische Nikkei gewinnt rund 1,5 Prozent, auch in China steigen die Kurse leicht. In Europa fällt der Start deutlich ruhiger aus. Der Dax liegt nur leicht im Plus. Auch die US-Futures bewegen sich kaum, was auf einen ruhigen Marktstart hindeutet. Zwar hatten S&P 500 und Nasdaq zuletzt neue Rekorde erreicht, aktuell fehlt aber der nächste klare Impuls.
Der Grund: Anleger schwanken zwischen Hoffnung und Risiko. Einerseits sorgt der KI-Boom weiter für Rückenwind, vor allem bei Tech-Aktien. Andererseits belastet der Ölpreis. Steigende Energiekosten gelten als Gift für die Wirtschaft und treiben auch die Preise an den Tankstellen.



