Trotz einer Inflation von 2,6 Prozent (Mai 2026, Statistisches Bundesamt) müssen sich Sparer derzeit keine Sorgen um die Entwertung ihres Ersparten machen – sofern sie das richtige Tagesgeld-Angebot wählen. Gleich vier Banken zahlen mindestens 4,0 Prozent Zinsen pro Jahr, was deutlich über der Preissteigerung liegt. Doch die Angebote unterscheiden sich in Zinsgarantie, Anschlusszins, Einlagensicherung und Nebenbedingungen.
Die vier Top-Angebote im Überblick
Die vier 4-Prozent-Angebote stammen von Chase, Norisbank, Crédit Agricole und Bigbank. Den höchsten Zinssatz bietet Bigbank mit 4,05 Prozent p. a., allerdings nur für vier Monate. Danach sinkt der Zins auf 2,25 Prozent. Norisbank und Crédit Agricole gewähren 4,00 Prozent für sechs bzw. über sieben Monate (bis 31. Dezember 2026 bzw. 31. Januar 2027). Chase bietet ebenfalls 4,00 Prozent für vier Monate, danach 2,0 Prozent.
Zinsgarantie und Anschlusszinsen
Die längste Zinsgarantie bietet Crédit Agricole (bis 31. Januar 2027), gefolgt von Norisbank (sechs Monate). Bigbank und Chase garantieren vier Monate. Beim Anschlusszins liegt Bigbank mit 2,25 Prozent vorn, Chase bietet 2,0 Prozent, Norisbank nur 0,75 Prozent. Crédit Agricole hat noch keinen Anschlusszins festgelegt.
Einlagensicherung und Höchstbeträge
Alle vier Banken unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung (100.000 Euro pro Kunde). Norisbank und Chase sind im deutschen Sicherungssystem (Bonität AAA), Crédit Agricole im französischen (A+) und Bigbank im estnischen (A+). Die maximale Anlagesumme für den Aktionszins beträgt bei Chase 1 Million Euro, bei Norisbank und Bigbank 250.000 Euro, bei Crédit Agricole nur 10.000 Euro.
Nebenbedingungen: Girokonto erforderlich
Bei Norisbank und Crédit Agricole ist die Eröffnung eines Girokontos Pflicht. Norisbank verlangt zudem die Umstellung von mindestens drei Zahlungsverbindungen und gewährt dafür eine Prämie von 120 Euro. Das Girokonto ist für unter 30-Jährige oder ab 500 Euro Geldeingang kostenlos, sonst 3,90 Euro monatlich. Crédit Agricole bietet ein kostenloses Girokonto ohne weitere Bedingungen. Chase und Bigbank benötigen nur ein Tagesgeldkonto.
Steuerliche Behandlung
Bei Bigbank und Crédit Agricole erfolgt keine automatische Steuerabführung – die Zinsen werden brutto gutgeschrieben. Sparer müssen die Kapitalertragsteuer über die Steuererklärung (Anlage KAP) abführen. Norisbank und Chase führen die Steuer ab und akzeptieren Freistellungsaufträge (bis 1.000 Euro pro Person).
Fazit: Welches Angebot passt zu wem?
Die Wahl hängt von den individuellen Präferenzen ab. Wer die höchsten Aktions- und Anschlusszinsen sucht, ist bei Bigbank richtig, muss aber Steuern selbst erklären. Für eine lange Zinsgarantie eignen sich Norisbank und Crédit Agricole, jeweils mit Girokonto-Zwang. Bei Crédit Agricole ist die Einlage auf 10.000 Euro begrenzt. Am unkompliziertesten ist Chase: keine Nebenbedingungen, keine Steuerbesonderheiten.



