Rentenkommission plant Abschaffung der Rente mit 63 und Einführung einer kapitalgedeckten Zusatzrente
Rentenkommission will Rente mit 63 abschaffen

Die Rentenkommission hat der Bundesregierung einen weitreichenden Umbau des Rentensystems vorgeschlagen. Nach Informationen des SPIEGEL sieht das Konzept die Abschaffung der sogenannten „Rente mit 63“ sowie die Einführung einer kapitalgedeckten Zusatzrente vor. Zudem soll das Renteneintrittsalter künftig maßvoll an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden.

Abschaffung der Rente mit 63

Die Kommission empfiehlt, die abschlagsfreie Rente mit 63 abzuschaffen. Diese Regelung, die 2014 von der großen Koalition eingeführt wurde, ermöglichte es besonders langjährig Versicherten, bereits mit 63 Jahren ohne Abschläge in Rente zu gehen. Die Kommission argumentiert, dass die Regelung angesichts des demografischen Wandels und der finanziellen Belastung der gesetzlichen Rentenversicherung nicht mehr tragfähig sei.

Einführung einer kapitalgedeckten Zusatzrente

Stattdessen soll eine kapitalgedeckte Zusatzrente eingeführt werden, die die gesetzliche Rente ergänzt. Diese soll durch Beiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert werden und in Aktien, Anleihen oder andere Wertpapiere investiert werden. Ziel ist es, die Altersvorsorge breiter aufzustellen und die Abhängigkeit von der umlagefinanzierten gesetzlichen Rente zu verringern.

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Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung

Ein weiterer zentraler Vorschlag ist die maßvolle Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung. Konkret soll die Regelaltersgrenze automatisch steigen, wenn die Lebenserwartung zunimmt. Die Kommission betont, dass die Anpassung „maßvoll“ erfolgen solle, um soziale Härten zu vermeiden. Eine konkrete Formel oder ein genauer Zeitplan wurde noch nicht veröffentlicht.

Reaktionen aus Politik und Gesellschaft

Die Vorschläge stoßen auf ein geteiltes Echo. Während Wirtschaftsverbände und einige Ökonomen die Reformpläne begrüßen, warnen Gewerkschaften und Sozialverbände vor einer Belastung der Arbeitnehmer. „Eine Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung ist unfair gegenüber Menschen in körperlich anstrengenden Berufen“, kritisierte ein Sprecher des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Die Bundesregierung hat die Vorschläge zunächst zur Kenntnis genommen und will sie in den kommenden Monaten prüfen. Eine endgültige Entscheidung wird erst nach der Bundestagswahl erwartet.

Hintergrund: Demografischer Druck

Die Rentenkommission wurde eingesetzt, um langfristige Lösungen für die Altersvorsorge zu erarbeiten. Der demografische Wandel – eine alternde Bevölkerung bei gleichzeitig sinkender Geburtenrate – setzt die gesetzliche Rentenversicherung zunehmend unter Druck. Ohne Reformen drohen steigende Beiträge oder sinkende Renten. Die Kommission hofft, mit ihrem Vorschlag einen nachhaltigen und generationengerechten Umbau des Systems zu erreichen.

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