Volkswagen steht offenbar vor einem gewaltigen Umbruch: Konzernchef Oliver Blume plant laut einem Medienbericht den Abbau von bis zu 100.000 Stellen und die Schließung von vier deutschen Werken. Der Schritt wäre der massivste Einschnitt in der Geschichte des Autobauers.
Hintergrund des geplanten Stellenabbaus
Der Bericht, der am Freitag veröffentlicht wurde, zitiert interne Unternehmenskreise. Demnach sieht die Führung um Blume keine Alternative zu drastischen Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu sichern. Besonders betroffen sein sollen die Standorte Wolfsburg, Hannover, Kassel und Zwickau. Allein in Wolfsburg, der VW-Zentrale, könnten rund 30.000 Arbeitsplätze wegfallen.
Auswirkungen auf die Belegschaft
Die IG Metall kündigte bereits massiven Widerstand an. „Wir werden nicht zulassen, dass die Belegschaft für die Fehler des Managements bluten muss“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. Betriebsratschefin Daniela Cavallo zeigte sich entsetzt: „Das wäre eine Katastrophe für die Beschäftigten und die Regionen.“
Gründe für die Krise
Volkswagen leidet unter der schwächelnden Nachfrage nach E-Autos, hohen Produktionskosten und wachsender Konkurrenz aus China. Der Konzern hatte bereits im vergangenen Jahr ein Sparprogramm aufgelegt, das aber nicht ausreichte. Analysten zufolge ist der Schritt überfällig. „VW muss seine Kosten drastisch senken, um langfristig zu überleben“, so Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.
Reaktionen aus der Politik
Die Bundesregierung zeigte sich besorgt. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) betonte, man stehe im Austausch mit dem Unternehmen und der Gewerkschaft. „Wir werden alles tun, um die Beschäftigten zu unterstützen und die Standorte zu sichern“, sagte er. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) forderte VW auf, soziale Verantwortung zu übernehmen.
Zukunft der Standorte
Neben den Werksschließungen plant VW offenbar auch die Auslagerung von Teilen der Produktion ins Ausland. Betroffen sein könnten auch Zulieferer und Dienstleister. Der Konzern selbst wollte den Bericht nicht kommentieren. Eine offizielle Stellungnahme werde für die kommende Woche erwartet.



