Scooter: Kuriose Anfänge und gigantische Stadion-Shows 2027
Die Nachricht schlug ein wie ein krachender Bass: Scooter spielen im nächsten Jahr zwei gigantische Stadion-Konzerte. Deutschlands erfolgreichste Techno-Band will dabei alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen, verspricht eine Mega-Show.
„Das wird eine ganz andere Dimension, als in der Halle. Von der Größe, dem Bühnenbild bis hin zum gesamten Set. Wir überlegen uns schon spektakuläre Sachen, da wird es einige Überraschungen geben. Ich bin selber gespannt“, sagt Frontmann H.P. Baxxter (62) exklusiv in BILD zur Show unter dem Titel „Rave from outer Space“ (Rave aus dem Weltall).
Warum Köln und Dresden?
Baxxter: „Damit wollen wir sowohl den Westen, als auch den Osten abdecken. Das sind zudem zwei tolle Stadien. Wir probieren jetzt erstmal, wie alles funktioniert. Ich denke, dass wir die Tour danach auf jeden Fall fortsetzen.“
Bei den zwei Spielorten kommt die Sprache zwangsläufig auf Fußball, zumal Scooter-Songs zu regelrechten Hymnen in den Sport-Arenen geworden sind. Baxxter sieht sich selbst nicht als großen Fan des runden Leders. „Aber wenn es sich ergibt, nehme ich es gerne mit. War auch schon bei Spielen vom HSV und St. Pauli“, so der Wahl-Hamburger. „Und natürlich weiß ich, welche Bedeutung der 1. FC Köln und Dynamo Dresden in ihrer Region haben.“
Erinnerungen an Dresden
Apropos Dresden: „Da erinnere ich mich noch an einen Auftritt bei den Eislöwen. Dort habe ich vor vielen Jahren mal den Puck beim ersten Bully aufs Eis geworfen.“ Wie kam es dazu? „Andreas Freiberg – ein ehemaliger Kollege von mir, als ich noch bei der Schallplattenfirma gearbeitet habe – kommt aus Dresden und war damals schon Eislöwen-Fan. Er hatte das initiiert.“
In über 30 Jahren, in denen Scooter Weltruhm erlangte, hat die Band viel erlebt. Zu den verrücktesten Auftritten gehört wohl der in der Mongolei. „Dort war es örtlich bedingt normal, dass mitten im Konzert immer mal der Strom ausgefallen ist“, erinnert sich Baxxter. „Wir haben viele Abenteuer erlebt, die ich nicht missen möchte. Wirklich toll und eindrucksvoll. Trotzdem bin ich froh, dass heute alles super professionell läuft, wenn ich auf die Bühne gehe.“
Der erste Mega-Hit entstand spontan
Der erste Mega-Hit dagegen war 1993 alles andere als professionell vorbereitet. „Wir sollten bei einer BILD-Szeneparty auftreten, standen vorher aber noch nie auf einer Bühne. Deshalb haben wir für unsere Instrumental-Single ‚Vallée de Larmes‘ schnell einen Track vorbereitet, wo ich was am Mikro mache. Das war die Ur-Version von Hyper Hyper. Weil das so erfolgreich war, haben wir es danach im Studio richtig produziert.“
Der Song knallte europaweit in den Charts auf Platz fünf, war der Beginn einer Weltkarriere. Die Fans halten Scooter die Treue, inzwischen über mehrere Generationen. „Bei unseren Tourneen ist das Publikum vom Alter sehr gemischt. Aber auf den Festivals sind ja fast nur ganz junge Leute. Da freue ich mich echt drüber, das ist ja nicht selbstverständlich“, so Baxxter, dessen Ritual nach jedem Konzert ein Friesentee mit Kandis und Sahne ist.
Aufhören noch kein Thema
Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass man ihm sein Alter absolut nicht ansieht. Ein anderer ist neben seiner Frau Sara (24) seine Lebenseinstellung. „Grundsätzlich habe ich keinen Bock auf dieses typische Erwachsenen-Leben, das ist auch viel Kopfsache“, verrät Baxxter. „Diese ganzen gesellschaftlichen Einschränkungen, dass man im Alter dies und das nicht mehr machen soll, habe ich immer ignoriert und es so gemacht, wie ich es für richtig hielt. Weil ich schon in meiner Jugend gelernt habe: Wenn man auf andere hört, ist man verloren. Man kann es sowieso nie allen recht machen.“
Genau aus dem Grund denkt er auch noch nicht ans Aufhören: „Klar, man muss irgendwann den richtigen Moment erwischen. Aber da habe ich eigentlich ein ganz gutes Bauchgefühl. Es macht einfach noch tierischen Spaß und ich hoffe, dass das noch lange so weitergeht.“
Tierischer Nachwuchs
Apropos tierischer Spaß: Baxxter ist bekennender Hundeliebhaber – und erwartet bald Nachwuchs! „Wir haben seit sechs Jahren zwei Jack Russell-Mädchen. Und im August kommt ein Irischer Wolfshund dazu“, verrät er. Das ist eine der größten Hunderassen der Welt. Passt irgendwie zu einem, der die größte Show seiner Bandgeschichte plant.



