Neue Klänge in der Bundeswehr: Türkische Musik im Stabsmusikkorps Berlin
Deutsche Uniform, türkische Musik – das ist im Stabsmusikkorps der Bundeswehr in Berlin nun Realität. Zwei Soldaten bereichern das Repertoire mit orientalischen Klängen und spielen traditionelle Stücke auf der Baglama und der Kistentrommel Cajon.
Traditionelle Musik mit modernem Twist
Stabsunteroffizier Ali Eba Balli (42) beherrscht die Baglama, ein Saiteninstrument, und wurde vom Leiter des Musikkorps, Oberstleutnant Reinhard Kiauka, gebeten, dieses Instrument einzubringen. Bisher wurde die Baglama im Musikkorps nicht gespielt. Gemeinsam mit dem Trommler Jan-Ole Meyerdierks (31) bildet er ein Duo, das Stücke wie das Lied „Giriftar“ aufführt. Dieses handelt von der völligen Gefangenschaft in der Liebe. „Es geht viel um Liebe, Natur, Schmerz, Freude. Damals war es wie eine Berichterstattung für die Menschen, die gespielt und gesungen haben“, erklärt Balli.
Ein kultureller Brückenschlag
Balli, in Berlin geboren, betont die Bedeutung der Musik in seiner Familie: „Mein Opa spielt, mein Onkel spielt, es wird dir als Kind schon irgendwie in die Wiege gelegt. Und das prägt.“ Er stammt aus zwei verschiedenen Musikwelten und findet es schön, diese kombinieren zu können. Das Duo hat bereits im Berliner Dom, in Potsdam und in der Berliner Stadtmission gespielt. Meyerdierks hebt den Unterschied zur traditionellen Militärmusik hervor: „Da passiert was in dem Stück, was im Hier und Jetzt quasi passiert und nicht auf dem Notenblatt steht. Und das ist ein ganz anderes Kontrastprogramm zu dem, wie die Militärmusik sich sonst darstellt.“
Der Militärmusikdienst der Bundeswehr
Der Militärmusikdienst der Bundeswehr umfasst 15 sogenannte Musikeinheiten, darunter das Stabsmusikkorps. Auch eine Big Band gehört dazu. Zudem haben die Teilstreitkräfte der Bundeswehr eigene Musikkorps. Diese neue musikalische Richtung zeigt, wie vielfältig die Bundeswehr heute aufgestellt ist.



