Die Funke Mediengruppe veröffentlicht einen Kommentar von Melanie Amann, Chefredakteurin Digital, zu den jüngsten Holocaust-Aussagen von Björn Höcke. Der AfD-Fraktionschef hatte erklärt, der Holocaust sei „nicht im Namen der Deutschen“ geschehen. Amann kritisiert dies als neue Stufe der Lüge und Geschichtsklitterung.
Höckes Lebensthema: Verharmlosung der NS-Diktatur
Björn Höcke, gelernter Geschichtslehrer, mache die Verharmlosung der NS-Diktatur zu seinem Lebensthema. Zwar leugne er den Massenmord an den Juden nicht, aber er reduziere ihn auf eine „unschöne Fußnote“ in der deutschen Geschichte. Sein Parteifreund Alexander Gauland habe dies einst als „Vogelschiss“ bezeichnet.
Bereits in seinem Buch „Nie zweimal in denselben Fluss“ und unter dem Pseudonym „Landolf Ladig“ in NPD-Publikationen habe Höcke das NS-Regime als gut gemeinte Antiglobalisierungsbewegung verharmlost, die leider über das Ziel hinausgeschossen sei.
Neue Dimension der Geschichtsverzerrung
Mit seiner neuesten Aussage erreiche Höcke eine neue Dimension der Lüge. Er wolle die deutsche Verantwortung für den industriellen Massenmord ultimativ abstreifen. Dabei sei der Holocaust unter strengster Geheimhaltung passiert – Höcke argumentiere nach dem Motto: „Wenn das der Führer wüsste!“ Als hätten nicht Deutsche die Deportationen organisiert, sich am Eigentum der Ermordeten bereichert, Wachtürme besetzt und Gaskammern bedient.
Amann erinnert daran, dass Gaulands „Vogelschiss“-Äußerung 2018 einen Aufschrei in Politik und Zivilgesellschaft auslöste. Doch 2026 könne Höcke solche Sprüche folgenlos äußern. Dies sei eine deprimierende Nachricht.
Appell: Höcke widersprechen und stoppen
Die Chefredakteurin fordert, Höcke zuzuhören, ihm zu widersprechen und seine Botschaft als Skandal zu brandmarken. Es müsse verhindert werden, dass dieser Mann und seine Gesinnungsgenossen je eine Staatskanzlei besetzen.



