Vor den Tarifverhandlungen am Mittwoch haben in Hamburg rund 4.500 Landesbeschäftigte für höhere Entgelte demonstriert. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Beamtenbund (dbb) hatten zu den Protesten und einem Warnstreik aufgerufen. Auch in anderen Städten gab es ähnliche Aktionen.
Die Gewerkschaften verhandeln am Mittwoch mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über einen neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder. Die Verhandlungen betreffen zunächst die Tarifbeschäftigten, also Arbeiter und Angestellte ohne Beamtenstatus. In Hamburg gibt es laut Verdi etwa 39.000 Tarifbeschäftigte, in allen Ländern außer Hessen rund 925.000.
Der dbb hatte seine Mitglieder in den fünf Küsten-Bundesländern zu einer zentralen Veranstaltung nach Hamburg gerufen. Nach Gewerkschaftsangaben demonstrierten rund 2.200 Mitglieder, die Polizei zählte 2.000. Sie zogen von den Landungsbrücken in St. Pauli in die Hafencity, wo der dbb an den Magellan-Terrassen eine Kundgebung abhielt. Einige Demonstranten stiegen in die kalte Elbe, um ein „Zeichen gegen die Kälte der Arbeitgeberpolitik“ zu setzen.
Parallel versammelten sich Verdi-Anhänger in der Innenstadt nahe der Binnenalster. Verdi zählte 3.500 Teilnehmer, die Polizei etwa 2.500. Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle sagte: „Ohne euren Druck wird das nichts werden in diesen Tarifverhandlungen.“ Sie kritisierte TdL-Verhandlungsführer Andreas Dressel (SPD) wegen angeblicher despektierlicher Sprüche.
Der zweite dbb-Vorsitzende Andreas Hemsing betonte, der öffentliche Dienst stehe vor enormen Herausforderungen: Es fehlten mehr als 600.000 Beschäftigte. „Wir brauchen gute Leute mehr denn je – und die gibt es nur für gutes Geld.“ Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Geld, mindestens 300 Euro mehr pro Monat, sowie 200 Euro mehr für Auszubildende und einen zusätzlichen freien Tag bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Die TdL schlägt eine stärkere Erhöhung als die Inflationserwartung vor, jedoch bei einer Laufzeit von 29 Monaten. Verhandlungsführer Dressel sagte: „Streiks gehören zu jedem Tarifkonflikt, auch wenn wir die Ausweitung nicht nachvollziehen können.“ Die dritte Verhandlungsrunde beginnt am Mittwoch in Potsdam.



