Sandro Wagner bricht nach Monaten sein Schweigen
Sandro Wagner: „Ich brauchte Ruhe und Nachdenken“

Monatelang war es ruhig um Sandro Wagner. Seit seiner Trennung als Trainer des FC Augsburg am 1. Dezember hatte man kaum etwas von dem 38-Jährigen gehört. Nun bricht er in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ sein Schweigen und spricht offen über die schwierige Zeit.

Wagner über sein Augsburg-Ende

„Ich hätte die Zeit gerne schöner beendet, aber ich kann jetzt schon sagen, dass das wieder ein wichtiger Erfahrungswert für mich war“, erklärt Wagner rückblickend. „Am Ende haben wir gemeinsam beschlossen, dass wir nicht weiter zusammenarbeiten. Aber das ist nichts, was mich ins Wanken bringt.“ Der ehemalige Assistent von Bundestrainer Julian Nagelsmann war mit großen Erwartungen in Augsburg gestartet, doch bereits nach 14 Pflichtspielen – vier Siege, ein Unentschieden, neun Niederlagen – musste er noch vor der Winterpause gehen.

Neue Handynummer für mehr Ruhe

Als eine Konsequenz aus dem turbulenten Engagement legte sich Wagner eine neue Handynummer zu. „Die Handynummer hätte ich schon viel früher wechseln sollen, ich glaube, ganz Fußball-Deutschland kannte meine Nummer“, sagt er selbstkritisch. „Für mich war es wichtig, bei mir selbst zu bleiben, Einflüsse von außen kontrolliert an mich ranzulassen, um mich so auch in dieser Situation als Mensch und Trainer weiterentwickeln zu können. Insofern war das jetzt der perfekte Zeitpunkt. Ich wollte nachdenken und brauchte Ruhe. Die Zeit hatte ich bis dahin eigentlich nie.“

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Selbstkritik und Zukunftspläne

Wagner spricht auch über sein Image, das in Augsburg den Eindruck erweckt habe, den Klub zu überstrahlen: „Vielleicht hat sich durch die Konstellation in Augsburg dort dieses Bild ergeben. Ich werde künftig noch besser überlegen müssen, wo ich als Trainer und als Person hinpasse. Wo das gesamte Umfeld offen für Veränderungen ist, alle Leute richtig Bock draufhaben.“

Auf die Frage nach einer baldigen Rückkehr auf die Trainerbank antwortet Wagner: „Ich will nie ein Trainer sein, der sich hinstellt und sagt: Hallo, ich bin wieder bereit! Ich bin wieder heiß! Ich will mich nie irgendwo anbiedern. Ich hätte auch schon wieder arbeiten können, wenn ich das gewollt hätte, aber ich finde es gerade ganz reizvoll, Gespräche zu führen, Feedback einzuholen und ein Gefühl für die Möglichkeiten zu bekommen. Wenn was passt, lege ich los, und wenn nicht, dann nicht.“

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