Olympiasieger Benjamin Karl löscht umstrittenen Podcast nach Shitstorm
Olympiasieger löscht Podcast nach Shitstorm

Snowboard-Olympiasieger Benjamin Karl hat einen auf Instagram veröffentlichten Podcast nach heftiger Kritik gelöscht. Der 40-jährige Österreicher hatte im Podcast „Mindgames“ offen über seine Ehe mit seiner Frau Nina gesprochen und dabei Aussagen zur Aufgabenverteilung in der Familie sowie zu Geschlechterrollen getätigt, die in den sozialen Medien einen Shitstorm auslösten. Viele Nutzer warfen ihm ein überholtes Rollenverständnis vor.

Auslöser der Kontroverse

Der Doppel-Olympiasieger im Parallel-Riesenslalom (2022, 2026), der seine Snowboard-Karriere nach dieser Saison beendet hat und zum Radsport wechseln will, erklärte im Podcast, dass seine Frau Nina nach zwanzig Jahren an seiner Seite mehr Zeit für sich beanspruchen wollte. Dies sei für ihn jedoch unvereinbar mit seiner Rolle als Hauptverdiener der Familie gewesen. Karl sagte wörtlich: „Ich habe gesagt, das geht nicht. Finanziell bin ich der Verantwortliche für diese vier Mäuler. Wenn ich Termine habe, dann muss das Priorität haben. Weil das ist das, was unser Leben finanziert. Da muss sie schon zurückstecken. Da muss man so ehrlich sein.“ Zudem betonte er, dass viele gemeinsame Entscheidungen auf Wünsche seiner Frau zurückgingen: „Sie wollte früh heiraten, sie wollte zwei Kinder haben, sie wollte das Haus haben, sie wollte einen Pool haben. Sie wollte dieses Leben, das wir jetzt haben, genau so haben.“

Shitstorm auf Social Media

Seine Aussagen führten zu massiver Kritik. In einem Instagram-Kommentar unter dem Podcast hieß es: „Sie hat ihm alles ermöglicht. Ohne sie wäre er nicht, wo er ist. Sonst müsste er zuhause bleiben, auf die Kinder aufpassen, Haushalt machen und könnte zu keinem einzigen Termin.“ Ein weiterer Nutzer schrieb: „Sich selbst das Recht auf Gestaltung der Zeit herauszunehmen, dem anderen aber nicht zuzugestehen, ist halt nicht fair. Nicht ausgeglichen. Nicht gleichberechtigt.“ Diese und weitere Kommentare wurden mit einer hohen Anzahl an Likes versehen.

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Podcast offline genommen

Das negative Echo blieb Karl nicht verborgen. Am vergangenen Donnerstag wurde die Podcast-Folge offline genommen. Der „Host“ des Podcasts erklärte in einer Social-Media-Story, dass die Beleidigungen gegen Karl zu massiv geworden seien, weswegen er um die Löschung des Videos gebeten habe. Karl selbst meldete sich in einer Instagram-Story mit einer Videobotschaft zu Wort und versuchte, dem negativen Eindruck entgegenzutreten. Er sagte: „Die Nina darf/kann jederzeit auf Mädelstrip fahren. Es ist ihre Entscheidung. Es gehört nur gut geplant, dann ist es überhaupt kein Problem. Alles Liebe.“ In einer weiteren Story bedankte er sich bei seiner Frau und betonte, dass er in schwierigen Zeiten besonders stark werde. Zudem schilderte er seinen Alltag: „Ich habe den Kindern die Jause gerichtet und Frühstück gemacht. Nina hat sich einstweilen fertig machen können, sie geht heute zu ihrer Arbeit, die sie liebt.“

Karl räumt Fehler ein

Im Gespräch mit sportkrone.at räumte Karl ein: „Es war blöd von mir formuliert. Aber meine Ehe wird jetzt völlig falsch dargestellt. Glaubt irgendjemand ernsthaft, die Ehe würde 20 Jahre funktionieren und halten, wenn meine Frau permanent so unglücklich wäre? Die Menschen wollen immer Ehrlichkeit. Aber wenn ich ehrlich spreche, passt es ihnen auch nicht.“

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