Ein neues Auto beim Nachbarn, der Hauskauf im Freundeskreis, ETF-Gespräche im Büro – viele Menschen vergleichen sich mit anderen und ziehen daraus falsche Schlüsse über die eigene finanzielle Lage. Tatsächlich sind viele reicher, als sie selbst denken. Die Bild-Zeitung hat einen interaktiven Rechner entwickelt, mit dem Nutzer für ihre persönliche Situation ermitteln können, ob sie arm, „normal“ oder reich sind. Zusätzlich werden konkrete Strategien vorgestellt, wie Vermögen je nach Einkommen, Alter und Ausgangslage aufgebaut werden kann.
Der Vermögensrechner: So funktioniert er
Der Rechner basiert auf Daten der Deutschen Bundesbank und des Statistischen Bundesamtes. Er berücksichtigt Faktoren wie Alter, Einkommen, Sparverhalten und bereits vorhandenes Vermögen. Nach Eingabe dieser Daten zeigt das Tool an, wo der Nutzer im Vergleich zur Gesamtbevölkerung steht – ob im unteren, mittleren oder oberen Bereich. Dabei wird deutlich, dass die Wahrnehmung oft von der Realität abweicht: Wer regelmäßig spart und Schulden abbaut, gehört häufig bereits zur oberen Hälfte der Vermögensverteilung.
Vermögensaufbau: Strategien für jedes Einkommen
Unabhängig vom aktuellen Stand gibt es bewährte Methoden, um Vermögen aufzubauen. Dazu gehören das regelmäßige Sparen, die Investition in ETFs (Exchange Traded Funds) und der Aufbau eines Notgroschens. Der Rechner bietet personalisierte Tipps: Für Geringverdiener empfiehlt sich ein Start mit kleinen Beträgen in ETF-Sparplänen, während Gutverdiener von einer breiteren Streuung in Aktien, Immobilien oder Anleihen profitieren können. Wichtig ist laut Experten, frühzeitig zu beginnen und den Zinseszinseffekt zu nutzen.
Häufige Fehler beim Vermögensaufbau
Viele Menschen machen typische Fehler: Sie vergleichen sich mit dem falschen Umfeld, unterschätzen die Wirkung von Inflation oder lassen Geld auf dem Girokonto liegen. Der Rechner hilft, diese Fallstricke zu erkennen. Beispielsweise zeigt er, dass ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Nettoeinkommen von 3.000 Euro und einem Sparanteil von 10 Prozent nach 20 Jahren ein Vermögen von rund 150.000 Euro aufbauen kann – vorausgesetzt, das Geld wird gewinnbringend angelegt.
Expertentipp: Realistische Ziele setzen
Finanzberater raten, realistische Ziele zu setzen und nicht auf schnelle Gewinne zu hoffen. „Viele denken, sie müssen reich sein, um Vermögen aufzubauen, aber das Gegenteil ist der Fall: Jeder kann mit kleinen Schritten beginnen“, zitiert die Bild einen ungenannten Finanzexperten. Der Rechner motiviere dazu, die eigene finanzielle Situation nüchtern zu betrachten und konkrete Maßnahmen abzuleiten. Wer seinen Vermögensstatus kennt, könne gezielt daran arbeiten, ihn zu verbessern.



