Deutschland liegt bei den bezahlten Fehltagen im europäischen Vergleich ganz oben. Es ist legitim, wenn der Arbeitgeber genauer hinsehen möchte. Wir wissen es alle: Nicht alle Arbeitnehmer, die sich krankmelden, sind krank. Die Blaumacher verursachen hohe Kosten und schränken die Produktivität eines Unternehmens ein.
Tesla hat den Blaumachern den Kampf angesagt – mit Erfolg
Der amerikanische Autobauer Tesla in Grünheide hat den Blaumachern den Kampf angesagt, mit erstaunlichem Erfolg: Der Krankenstand ging von 17 Prozent im Jahr 2024 auf unter fünf Prozent in diesem Jahr zurück. Die Methoden, die Werksleiter André Thirig dabei zur Anwendung brachte, sind ungewöhnlich: Tesla überprüft die Krankmeldungen auf ihren Wahrheitsgehalt, zum Beispiel bei den Langzeit-Fällen. Wer mehr als sechs Wochen fehlt, dem zahlt der Arbeitgeber keinen weiteren Lohn, es sei denn, dass eine Neuerkrankung vorliegt.
Tesla konfrontiert die Mitarbeiter in diesen Fällen ganz direkt: „Wir bestreiten die Ausheilung der bei Dir bescheinigten Krankheit und das Eintreten einer neuen (…) Krankheit“, schreibt die Firma den betroffenen Beschäftigten und verlangt, dass sie ihre behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht entbinden und nachweisen, „welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Beschwerden“ es genau sind, die die Arbeitsfähigkeit einschränken.
Im Gegenzug macht Tesla den Mitarbeitern neue Angebote beim Aktienkauf. Außerdem gibt es für 25 Euro pro Tag einen Tesla zur Miete, ein Fitnessstudio wurde eingerichtet und ein „Barber-Shop“.
Rechtliche Bedenken und Erfolg
Nach deutschem Recht sind Arbeitnehmer nicht gezwungen, dem Arbeitgeber bei einer Krankmeldung Einblick in die Diagnose zu geben. Tesla wagt sich weit vor. Wie man aber sieht, mit großem Erfolg. Deutschland liegt bei den bezahlten Fehltagen im europäischen Vergleich ganz oben. Die Zahl der Krankentage pro Beschäftigten stieg im Durchschnitt von 15 im Jahr 2023 auf 20 im Jahr 2025. Es ist legitim, wenn der Arbeitgeber genauer hinsehen möchte.



