Führungskräfte in der Krise: Wenn der Jobverlust zur Existenzfrage wird
Führungskräfte in der Krise: Jobverlust als Existenzfrage

Führungskräfte in der Flaute: Warum Jobverlust für viele Highperformer zur Existenzfrage wird

In der Krise finden auch Menschen, deren Karrieren bislang steil nach oben gingen, keinen Job mehr. Vier Betroffene berichten, vor welche Herausforderungen sie das stellt.

Lange galt in Deutschland: Wer arbeiten will – fleißig, motiviert und qualifiziert ist – findet auch etwas. Doch der Arbeitsmarkt hat sich verändert. In der aktuellen Wirtschaftsflaute stellen viele Unternehmen nicht nur weniger ein, sie bauen auch Stellen ab. Etwa 15.000 Jobs gehen laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) derzeit jeden Monat allein in der Industrie verloren. So trifft eine wachsende Zahl von Jobsuchenden auf immer weniger offene Stellen.

Besonders hart trifft es Führungskräfte, die bislang als Highperformer galten. Sie sind es gewohnt, gefragt zu sein und Karriere zu machen. Doch plötzlich stehen sie vor verschlossenen Türen. Die Jobsuche wird zur Geduldsprobe, und der Druck steigt. Viele von ihnen erleben den Verlust des Arbeitsplatzes als existenzielle Bedrohung. Denn mit dem Job verlieren sie nicht nur ihr Einkommen, sondern auch ihren Status und ihre Identität.

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Die vier Betroffenen, die anonym berichten, schildern ähnliche Erfahrungen: Sie bewerben sich auf Dutzende Stellen, erhalten aber nur Absagen oder gar keine Rückmeldung. Die Konkurrenz ist groß, und die Arbeitgeber können aus einem Pool von hochqualifizierten Kandidaten wählen. Viele Highperformer müssen sich eingestehen, dass ihre bisherigen Erfolge nicht mehr zählen. Sie müssen sich neu erfinden und lernen, mit Ablehnung umzugehen.

Die psychische Belastung ist enorm. Schlafstörungen, Selbstzweifel und finanzielle Ängste begleiten die Jobsuche. Ein Betroffener berichtet, dass er sich zum ersten Mal in seinem Leben arbeitslos gemeldet hat – ein Schritt, der ihm schwerfiel. Ein anderer erzählt, dass er sein gesamtes Netzwerk aktiviert hat, aber dennoch keine passende Stelle findet. Die Unsicherheit nagt an ihnen.

Experten raten betroffenen Führungskräften, sich breiter aufzustellen und auch Positionen in Betracht zu ziehen, die unter ihrem bisherigen Niveau liegen. Zudem sei es wichtig, sich professionelle Unterstützung zu suchen, etwa durch Karriereberatung oder Coaching. Auch der Austausch mit Gleichgesinnten in Netzwerken könne helfen, die Krise zu bewältigen.

Doch trotz aller Widrigkeiten gibt es auch Hoffnung: Manche Highperformer nutzen die Zwangspause, um sich neu zu orientieren. Sie gründen ein eigenes Unternehmen oder wechseln in eine Branche, die ihnen mehr Erfüllung bietet. Der Jobverlust wird so zum Wendepunkt für einen Neuanfang.

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