In einem aktuellen Interview mit dem Tagesspiegel zieht der Historiker Michael Sommer Parallelen zwischen dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und den Herrschern des Römischen Reiches. Anlässlich seines Geburtstags ließ sich Trump mit einem Käfigkampf feiern – eine Inszenierung, die an die Spiele der römischen Kaiser erinnert.
Trump und die Rolle des Imperators
Sommer betont, dass Trump die Rolle eines römischen Imperators einnehme. Er verweist auf die Art und Weise, wie Trump öffentliche Auftritte inszeniert und seine Anhänger mobilisiert. „Trump hat die Rolle eines römischen Imperators“, so der Historiker. Diese Selbstdarstellung sei typisch für Herrscher, die ihre Macht durch Spektakel und Unterhaltung festigen.
Vergleich mit Gaius Julius Cäsar
Auf die Frage, wie viel Gaius Julius Cäsar in Trump stecke, antwortet Sommer differenziert. Cäsar sei geistreich, charmant und in gewisser Weise liberal gewesen. „Davon sehe ich beim US-Präsidenten wenig“, sagt Sommer. Stattdessen erinnere Trump eher an Kaiser wie Caligula oder Nero, die für ihre Exzesse und ihre Missachtung demokratischer Normen bekannt waren.
Roms Niedergang als Warnung für die USA
Sommer zieht drastische Parallelen zwischen dem Niedergang des Römischen Reiches und der aktuellen politischen Lage in den USA. Er warnt davor, dass die Demokratie in den USA ähnlich erodieren könnte wie einst in Rom. „Die USA durchleben eine Phase, die an die Spätphase der römischen Republik erinnert“, erklärt der Historiker. Die zunehmende Polarisierung, der Verlust des Vertrauens in Institutionen und die Personalisierung der Politik seien alarmierende Zeichen.
Die Rolle der Medien und der Öffentlichkeit
Ein weiterer Punkt, den Sommer anspricht, ist die Rolle der Medien. Im antiken Rom hätten Kaiser die öffentliche Meinung durch Spiele und Brotverteilungen manipuliert. Heute nutze Trump soziale Medien und inszenierte Events, um seine Botschaften zu verbreiten und seine Basis zu binden. „Die Inszenierung von Politik als Unterhaltung ist eine Gefahr für die Demokratie“, so Sommer.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Der Historiker mahnt, dass die USA aus der Geschichte lernen sollten. Der Niedergang Roms sei nicht über Nacht gekommen, sondern das Ergebnis eines langsamen Prozesses. „Wir müssen wachsam sein und die demokratischen Institutionen stärken“, fordert Sommer. Nur so könne verhindert werden, dass die USA denselben Weg gehen wie das einstige Weltreich.
Das Interview mit Michael Sommer zeigt, wie aktuell die Geschichte des Römischen Reiches für die Gegenwart ist. Die Parallelen zwischen Trump und den römischen Kaisern sind nicht nur akademisch interessant, sondern werfen grundlegende Fragen zur Zukunft der Demokratie auf.



