Sechs Tage nach dem verheerenden Doppelerdbeben in Venezuela ist ein dreijähriger Junge nach Angaben jordanischer Rettungskräfte lebend aus den Trümmern befreit worden. Der Junge habe vor Ort Erste Hilfe erhalten und sei in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte der jordanische Zivilschutz mit.
Mehr als 1900 Tote und Tausende Verletzte
Bis Dienstag wurden mehr als 1900 Todesopfer geborgen. Nach Angaben von Parlamentspräsident Jorge Rodríguez wurden bislang mehr als 6400 Menschen von Suchmannschaften lebend gerettet. Die tatsächliche Zahl der Überlebenden liege wahrscheinlich eher bei 20.000, wenn die Tausende Menschen berücksichtigt würden, die unter Trümmern begraben waren und „entweder aus eigener Kraft oder mit der Hilfe von Freunden oder der Familie herauskommen konnten“, sagte Rodríguez. Zwei Beben hatten sich am Mittwoch vergangener Woche im Abstand von nur 39 Sekunden westlich der Hauptstadt Caracas ereignet. Die Erdstöße hatten eine Stärke von 7,2 und 7,5, es gab Dutzende Nachbeben. Nach jüngsten offiziellen Angaben wurden mehr als 10.500 Menschen verletzt. Tausende Menschen werden nach Uno-Angaben noch vermisst.
Zerstörung und internationale Hilfe
Rund 855 Gebäude wurden vollständig zerstört oder schwerbeschädigt. Einsatzkräfte aus Venezuela und zahlreichen anderen Staaten suchen weiter unter eingestürzten Gebäuden nach Verschütteten. Venezuela befand sich vor den Erdbeben ohnehin schon in einer schwierigen Lage. Seit Jahren leidet das Land unter politischen Spannungen, wirtschaftlichen Problemen und einer der weltweit größten Migrationskrisen.



