Elon Musk hat den Selbstjustiz-Thriller „Citizen Vigilante“ von Uwe Boll für 48 Stunden in voller Länge auf X veröffentlicht. Der Regisseur hatte zuvor auf der Plattform um Hilfe gebeten, nachdem die Freiwillige Selbstkontrolle der deutschen Filmwirtschaft (FSK) seinem Film keine Altersfreigabe erteilt hatte. Ohne FSK-Bewertung sind die Chancen auf eine kommerzielle Auswertung, etwa auf Streamingplattformen oder im Kino, äußerst gering. Der Film drohte, wie schon viele andere Boll-Machwerke zuvor, unbeachtet zu verschwinden.
Hintergrund: FSK verweigert Altersfreigabe
Die FSK ist keinem Ministerium untergeordnet, sondern ein Instrument des Jugendschutzes aus der Filmwirtschaft. Boll witterte dennoch Zensur und eine Verschwörung des politisch-industriellen Unterhaltungskomplexes. Der Film handelt von einem amerikanischen Geschäftsmann, gespielt von Armie Hammer, der sich in „Europa“ auf einen Rachefeldzug gegen kriminelle Migranten begibt. Hammer ist in Hollywood seit fünf Jahren wegen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs als unanstellbar eingestuft.
Boll widmet den Film im Abspann „den Tausenden von Vergewaltigungsopfern und Ermordeten, die von der Justiz betrogen wurden“. Die Eröffnungsszene zeigt eine blonde Frau, die von einem schwarzen Mann vor den Augen ihres Kindes mit einem Schlachtermesser getötet wird.
Politische Botschaft und Kontroversen
„Citizen Vigilante“ ist in politischer Hinsicht deutlich enthemmter als Bolls frühere Werke. Der letzte Teil seiner „Deutschland im Winter“-Trilogie könnte als Imagefilm einer AfD-Kampagne durchgehen. Die Monologe des Protagonisten enthalten Begriffe wie „Bevölkerungsaustausch“ und warnen vor linker „Wokeness“. Ein generischer Nachrichtensender verbreitet falsche Kriminalstatistiken. Boll erklärte im Interview mit der „Berliner Zeitung“, die FSK versuche die Realität zu verleugnen, indem sie seinen Film aus dem Verkehr ziehe. „Massenvergewaltigungen werden zum Großteil von jungen Migranten begangen“, so der Regisseur.
Elon Musks Rolle und Reaktionen
Elon Musk hat sich mehrfach zu Deutschland geäußert. Kurz vor Weihnachten 2024 postete er, nur die AfD könne Deutschland retten. Zuvor hatte er den Podcaster El Hotzo beim Bundeskanzler angeschwärzt. Mit der Veröffentlichung von „Citizen Vigilante“ unterstützt Musk nun einen weiteren Kämpfer gegen die deutsche „Meinungsdiktatur“. Boll hatte zuvor auf X um Hilfe gebeten und bekam sie prompt.
Kunstfreiheit oder politisches Manifest?
Boll sieht seinen Film in einer Reihe mit „Taxi Driver“, „Natural Born Killers“ und „John Wick“. Kritiker sehen darin eher ein politisches Manifest, getarnt als handwerklich schwacher Actionthriller. Die Debatte um Kunstfreiheit wird durch Bolls Vorgehen um eine niederträchtige Pointe bereichert. Armie Hammer, der im US-Branchenblatt „Variety“ von seinem Comeback schwärmte, dürfte trotz Musks Unterstützung weiter auf sich warten lassen.



