In der Lübtheener Heide hat der Bundesforstbetrieb Trave mit Zaunarbeiten für eine neue Standweide begonnen. Die Arbeiten auf Flächen des Nationalen Naturerbes des Bundes sollen etwa drei Wochen dauern. Eingezäunt werden Teile von Offenland und Wald im östlichen Bereich, die dauerhaft als Weide genutzt werden. Nach Angaben des Bundesforstbetriebs schaffen die Maßnahmen mehr Raum für Pferde, Schafe und Rinder.
Zehnfache Fläche für die Tiere
Den Tieren steht künftig etwa die zehnfache Fläche zur Verfügung. Sie sollen sich freier bewegen und ihr Futter selbst wählen können. Während der Bauphase kann es zu Einschränkungen für Besucher kommen. Nach Abschluss der Arbeiten sind die ausgewiesenen Wanderwege wieder ohne Einschränkungen nutzbar. Zum Schutz der Tiere wird darum gebeten, diese nicht zu füttern.
Kaum zu sehen sind die Koniks im Nationalen Naturerbe Lübtheener Heide. Die 20 Wildpferde sollen die Heidelandschaft pflegen und offen halten. Ungeeignetes Futter kann bei Pferden, Schafen und Rindern Koliken auslösen und lebensbedrohlich sein. Zudem sollen Zäune nicht beschädigt oder überstiegen werden. Das kann die Tiere aufscheuchen, sie gefährden und auch für Menschen ein Sicherheitsrisiko darstellen, wenn einzelne Tiere ihr Territorium verteidigen.
Beweidung hilft, Heide zu erhalten
Das Beweidungsprojekt stellt eine der Maßnahmen dar, mit denen die offenen Heideflächen erhalten werden sollen. Dabei geht es einerseits darum, die Heidepflanzen zu verjüngen, andererseits sollen die Tiere die Ausbreitung von Kiefern und anderen Pionierpflanzen auf den offenen Flächen verhindern, damit die jungen Heidepflanzen nicht verdrängt werden.
Die Heide ist eine Kulturlandschaft, die früher angelegt wurde, um einerseits Honigbienen zu ernähren und Honig zu produzieren und andererseits die Pflanzen als Deckmaterial beispielsweise für Dächer zu nutzen.
Weitere Informationen zur Standweide und dem Beweidungsprojekt werden nach Abschluss der Bauarbeiten bekannt gegeben. Der Bundesforstbetrieb plant unter anderem Führungen vor Ort und die Aufstellung von Infotafeln. Langfristig ist ein neuer Wanderweg entlang der Standweide vorgesehen.



