Die Grünen im sächsischen Landtag warnen vor einer Krise der biologischen Vielfalt auf den Feldern des Bundeslandes. Wolfram Günther, agrarpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, fordert daher, dass Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität stärker honoriert werden müssen. „Wenn auf einem Acker seltene Wildkräuter blühen, muss das Geld fließen – unbürokratisch, direkt und einkommenswirksam“, sagte der ehemalige Landwirtschaftsminister.
Kritik an aktueller Förderpolitik
Günther kritisierte, dass das Landwirtschaftsministerium weiterhin auf eine Verbotslogik setze, anstatt ökologische Ergebnisse zu belohnen. Die Regierung sperre sich gegen modernere Förderansätze, weil sie den Kontrollaufwand scheue. Zudem werde den Landwirtinnen und Landwirten die fachliche Kompetenz abgesprochen, so Günther mit Verweis auf die Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage im Landtag zum Schutz von Ackerwildkräutern.
Fachliche Unterstützung nötig
In der Antwort des Ministeriums heißt es, Antragsteller für entsprechende Fördermittel bräuchten „eine nicht unerhebliche Unterstützung“ beim Erkennen der Arten. Gefördert wurden im Jahr 2024 demnach rund 3.300 Hektar Ackerfläche von 102 Betrieben für die Erhaltung und Entwicklung gefährdeter Ackerwildkrautflora. Die Grünen fordern nun, dass diese Förderung ausgeweitet und vereinfacht wird, um mehr Landwirte zur Teilnahme zu bewegen.
Günther betonte, dass der Schutz der Biodiversität auf Äckern nicht nur für die Natur, sondern auch für die langfristige landwirtschaftliche Produktion wichtig sei. Seltene Wildkräuter trügen zur Bestäubung bei und verbesserten die Bodenqualität. Die Grünen wollen sich daher dafür einsetzen, dass die Landwirte direkt von ihren Naturschutzleistungen profitieren.



