Vierter Anlauf zum zweiten Testflug der deutschen Rakete Spectrum
Das bayerische Raumfahrt-Start-up Isar Aerospace will es Elon Musk nachtun und eine Rakete ins Weltall befördern. Der zweite Testflug musste bislang dreimal verschoben werden. Nun soll es an diesem Montagabend klappen. Das Zeitfenster für den Start vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya auf der gleichnamigen Insel öffnet sich, wie das in Ottobrunn bei München ansässige Unternehmen mitteilte.
Hintergrund des Projekts
Die „Spectrum“ genannte Rakete soll nach der Serienreife Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen befördern. Isar Aerospace hatte sich zum Ziel gesetzt, die Rakete schneller für die kommerzielle Raumfahrt tauglich zu machen als das von US-Milliardär Elon Musk kontrollierte Unternehmen SpaceX, welches vier Testflüge benötigt hatte. Derzeit werden europäische Satelliten zum Großteil von SpaceX ins All befördert, da es keine vergleichbare Rakete aus heimischer Produktion gibt. Isar Aerospace will die technologische Abhängigkeit von den USA verringern und plant die Produktion von bis zu 40 Raketen im Jahr.
Bisherige Hindernisse
Die Spectrum-Rakete war im Frühjahr vergangenen Jahres zu ihrem ersten Testflug gestartet und nach 30 Sekunden ins Meer gestürzt. Der zweite Start war ursprünglich für Januar geplant, wurde jedoch wegen eines defekten Ventils verschoben. Im März kam ein norwegischer Fischer dazwischen, der mit seinem Boot die Sicherheitszone vor der Insel nicht rechtzeitig verlassen hatte. Ein dritter Anlauf im April wurde wegen eines lecken Druckbehälters verschoben. Für den neuerlichen Versuch hat die Rakete wieder fünf Minisatelliten und ein wissenschaftliches Experiment an Bord.



