Viele Eltern sind der Meinung, dass Künstliche Intelligenz (KI) Kindern soziale Werte wie Mitgefühl und Moral besser beibringen kann als Eltern oder Freunde. Dies ergab eine repräsentative Umfrage der Krankenkasse Pronova BKK unter 3485 Erwachsenen, darunter 2005 Mütter und Väter mit Kindern unter 18 Jahren.
Ergebnisse der Umfrage
41 Prozent der Eltern stimmten der Aussage zu, dass KI in vielen Fällen besser Moral und soziale Werte wie Respekt, Fairness oder Empathie vermitteln könne. Bei Befragten ohne minderjährige Kinder im Haushalt waren es nur 27 Prozent.
Psychologin warnt vor falschen Erwartungen
Die Familienpsychologin Nina Grimm betonte: „Die Einschätzung, Werte könnten durch KI vermittelt werden, sagt weniger über die Fähigkeiten der Technologie aus, sondern vielmehr über das Selbstbild und die Verunsicherung vieler Eltern.“ Viele Eltern seien überfordert und unsicher in ihrer Rolle. „Wirkliche soziale Kompetenzen können nur im menschlichen Miteinander erlernt werden“, so Grimm. Dazu gehöre auch der Umgang mit Konflikten. KI wie ChatGPT könne Moral erklären, aber nicht vorleben oder fühlen.
Nutzung von KI im Erziehungsalltag
58 Prozent der Eltern haben bereits KI zu Erziehungsfragen konsultiert, besonders Eltern mit Kindern unter sechs Jahren. Nur 36 Prozent überprüfen die Antworten immer. Die Studie zeigt auch, dass 57 Prozent der Zehn- bis Dreizehnjährigen KI privat und für die Schule nutzen. Fast drei Viertel der Eltern sorgen sich, dass Kinder eher der KI vertrauen als ihren Eltern.



