ADAC-Analyse: Tanken am Vormittag spart Geld dank 12-Uhr-Regel
Der Preisverlauf an deutschen Tankstellen hat sich seit der Einführung der sogenannten 12-Uhr-Regel grundlegend verändert. Wer beim Tanken sparen möchte, sollte den späten Vormittag nutzen, wie eine aktuelle Auswertung des ADAC belegt. Allerdings lohnt es sich kaum, bis zum letzten Moment zu warten, da die Preise insgesamt eine Stagnation zeigen.
Günstigste Zeit: Kurz vor der Mittagsmarke
Seit dem 1. April 2026 gilt die Regel, dass Preiserhöhungen an Tankstellen erst ab 12.00 Uhr möglich sind. Dies hat dazu geführt, dass Sprit nicht mehr abends, sondern am späten Vormittag am günstigsten ist. Kurz vor dem mittäglichen Preissprung liegen Superbenzin E10 und Diesel im Schnitt um etwa 2,7 Cent pro Liter unter dem bundesweiten Tagesdurchschnitt. Nach dem Sprung steigen die Preise deutlich: E10 wird dann um 6,5 Cent teurer als im Tagesschnitt, Diesel sogar um 7,7 Cent.
Flexibilität am Morgen zahlt sich aus
Für berufstätige Autofahrer ist es oft nicht möglich, kurz vor 12.00 Uhr zu tanken. Doch der Verlust bleibt überschaubar, wenn man stattdessen bereits am Morgen zur Tankstelle fährt. Bereits um 8.30 Uhr, wenn viele Menschen auf dem Weg zur Arbeit sind, liegen die Preise deutlich unter dem Tagesdurchschnitt: bei E10 um 1,7 Cent und bei Diesel um 1,4 Cent. Im Vergleich zum Tanken auf den allerletzten Drücker beläuft sich der Unterschied für eine komplette Tankfüllung auf weniger als einen Euro.
Preisentwicklung im Tagesverlauf
Nach dem Mittagssprung fallen die Preise relativ schnell wieder. Schon um 14.00 Uhr liegen sie nur noch 3,8 Cent (E10) beziehungsweise 4,3 Cent (Diesel) über dem Tagesdurchschnitt. Bis 18.15 Uhr sinken beide Preise bereits knapp unter den Tagesdurchschnitt. In der Nacht zeigen die Durchschnittspreise minimale Anstiege um 22.00 und 23.00 Uhr, was jedoch nicht auf verbotene Preiserhöhungen zurückzuführen ist. Vielmehr schließen günstige Tankstellen nachts und fließen nicht mehr in die Berechnung ein. Ab etwa 5.00 Uhr morgens beginnen die Preise erneut zu sinken, bis sie kurz vor 12.00 Uhr ihr Tagestief erreichen.
Kritik des ADAC an der 12-Uhr-Regel
Der ADAC bewertet die 12-Uhr-Regel auf Basis der ersten Erfahrungen negativ, da sie das Tanken insgesamt verteuere. Seit dem Start am 1. April liege das Preisniveau im Verhältnis zu Ölpreis und Dollarkurs höher. „Die Mineralölkonzerne preisen mit der einmaligen Erhöhung um 12.00 Uhr einen hohen Risikoaufschlag ein, der im Tagesverlauf nur langsam abgebaut wird“, kritisiert der Verkehrsclub. Zudem seien die Zeiträume, in denen Autofahrer für weniger als den Tagesdurchschnitt tanken können, kürzer geworden. Im alten Modell hätten Verbraucher günstiger tanken können, so das Fazit. Der ADAC hatte bereits vor Einführung der Regel vor einem solchen Effekt gewarnt.
Aktuelle Preisentwicklung: Stagnation mit leichten Schwankungen
Die aktuellen Spritpreise zeigen eine Phase der Stagnation. Im bundesweiten Tagesschnitt des Montags kostete ein Liter E10 2,061 Euro, was einem minimalen Anstieg von 0,2 Cent gegenüber dem Sonntag entspricht. Ein Liter Diesel kostete 2,147 Euro und damit 0,5 Cent weniger als am Vortag. Nach deutlichen Rückgängen seit den Hochs rund um Ostern, insbesondere bei Diesel, hat sich die Dynamik stark abgeschwächt. Am Dienstag zeigten die Preise rund um den Mittagssprung jedoch leicht nach unten: E10 war davor und danach minimal günstiger als zur gleichen Zeit am Vortag, Diesel sogar um mehr als 1 Cent.



