In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Schwimmabzeichen für Kinder im Jahr 2025 deutlich gesunken. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hervor. Während bundesweit ein Anstieg auf rund 100.000 vergebene Abzeichen zu verzeichnen war, fielen die Werte im Nordosten stark ab.
Rückgang bei allen Abzeichenstufen
Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2025 in Mecklenburg-Vorpommern 150 weniger Seepferdchen-Abzeichen vergeben, insgesamt 809. Noch deutlicher fällt der Rückgang bei den weiterführenden Abzeichen aus: 425 Kinder weniger erhielten das Bronze-Abzeichen, bei Silber waren es 235 und bei Gold 103 weniger. Diese Entwicklung zeigt, dass immer weniger Kinder in der Lage sind, sicher zu schwimmen.
Ursachen: Kursmangel und fehlende Lehrkräfte
Die DLRG-Präsidentin Ute Vogt schätzt, dass fast 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler am Ende der vierten Klasse nicht sicher schwimmen können. Als Hauptgründe nennt sie lange Wartezeiten für Schwimmkurse und fehlende Wasserflächen trotz bundesweiter Förderprogramme. Hinzu kommt ein Mangel an qualifizierten Schwimmlehrkräften an Grundschulen, sodass der vorgesehene Schwimmunterricht häufig ausfällt.
Die Schirmherrin und Bildungs- und Familienministerin Karin Prien (CDU) betont die Bedeutung des Schwimmens: „Schwimmen zu können, bedeutet weit mehr als nur eine Sportart zu beherrschen – es ist eine lebenswichtige Fähigkeit, die jedem Kind Sicherheit, Freude und Freiheit schenkt.“
Der Trend in Mecklenburg-Vorpommern spiegelt ein bundesweites Problem wider. Ohne gezielte Maßnahmen droht die Zahl der Nichtschwimmer weiter zu steigen. Experten fordern daher mehr Investitionen in Schwimmbäder und die Ausbildung von Lehrkräften.



