Der ehemalige Tour-de-France-Champion Bradley Wiggins war einst Englands ganzer Stolz. Mittlerweile ist die Radsport-Legende tief gefallen. Der Brite, der 2012 als erster Fahrer seines Landes die Tour de France gewann und kurz darauf Olympiasieger im Einzelzeitfahren wurde, kämpft mit Schulden, Obdachlosigkeit und Drogenabhängigkeit.
Vom Idol zum Insolvenzfall
Bradley Wiggins, der am 28. April 2026 seinen 46. Geburtstag feierte, hat einen der krassesten Abstiege hinter sich, die der Sport je gesehen hat. Seine Erfolgsliste ist lang: Neben dem Tour-Sieg holte er vier olympische Goldmedaillen auf der Bahn, sieben Weltmeistertitel im Velodrom und einen WM-Titel auf der Straße. 2016 beendete er seine Karriere als größtes britisches Radsport-Idol seit Tom Simpson.
Doch spätestens seit Sommer 2024 ist seine Welt eine andere. Bereits im November 2023 gab es Berichte über einen Schuldenberg von 1,1 Millionen Euro. Anfang Juni 2024 wurde Wiggins vom Bezirksgericht Lancaster offiziell für zahlungsunfähig erklärt. Treuhänder wurden ernannt, um sein Vermögen zu beschlagnahmen und zu veräußern.
Schulden, Obdachlosigkeit und Drogen
Im August 2024 bestätigte Wiggins im Gespräch mit Lance Armstrong seine prekäre Lage. „Das wird sich in den nächsten Jahren alles aufklären, es wird nur verdammt viel Kopfzerbrechen bereiten, das in Ordnung zu bringen“, sagte er. Sein Anwalt Alan Seller behauptete in der Daily Mail, Wiggins sei nicht nur bankrott, sondern auch obdachlos und habe „absolut alles verloren“. Er sei ein „Sofasurfer“ und wohne bei Freunden und Familie. Bereits Anfang 2024 wurde sein Anwesen im Wert von 1,15 Millionen Euro in Lancashire beschlagnahmt und verkauft. Seine Ex-Frau Catherine erlaubte ihm, in einem Haus in Lytham St. Annes zu wohnen.
Wiggins selbst bezeichnete die Aussagen als „Schwachsinn“, ließ aber offen, wie es wirklich um ihn steht. Klar ist: Die einstigen Millionen sind weg. Er macht andere dafür verantwortlich: „Ich wurde von den Leuten, die mich betreuten, abgezockt – auch von den Buchhaltern. Das ist eines der Dinge, die mit Sportlern passieren. Man verdient eine Menge Geld und wenn man es nicht im Blick hat, nutzen die Leute das aus.“
Im Mai 2025 gab er offen zu, nach seiner Karriere jahrelang als „funktionierender Süchtiger“ Kokain konsumiert zu haben. 2024 habe er den Weg aus der Abhängigkeit gefunden. Ob Wiggins, der auch von sexuellem Missbrauch durch einen Jugendtrainer berichtete, noch einmal die Kurve bekommt? Er selbst glaubt an ein gutes Ende: „Es wird schon gut gehen. Ich bin auf dem richtigen Weg.“
Äußerliche Wandlung und Rückzug
Der Brite, der sich seit seiner Radsport-Zeit äußerlich stark verändert hat – mit Tätowierungen, Muskeln und einem Vollbart kaum wiederzuerkennen – taucht in der Öffentlichkeit nicht mehr auf. Lance Armstrong, der selbst tief gefallen ist, engagierte Wiggins als Tour-Experten für seinen Podcast und zahlte ihm eine Therapie.



