DFB-Elf vor K.o.-Runde: Diese Baustellen muss Nagelsmann beheben
DFB-Elf vor K.o.-Runde: Diese Baustellen muss Nagelsmann beheben

Die deutsche Nationalmannschaft hat im letzten Gruppenspiel der Weltmeisterschaft eine enttäuschende Leistung gezeigt und gegen Ecuador mit 1:2 verloren. Nur die bereits vorher feststehende Tabellenführung in der Gruppe verhinderte Schlimmeres. Dennoch sind die Sorgen vor der K.o.-Runde groß, wie die Aussagen von Kapitän Joshua Kimmich und Torwart Manuel Neuer zeigen.

Neuer noch nicht in Topform

Manuel Neuer (40) gab nach der Partie zu: „Wir sind alle ernüchtert. Das ist ja klar, weil wir uns vorgenommen haben, hier zu gewinnen. Wir haben zweimal schon bessere Leistungen gezeigt. Wir wissen, dass wir in der K.o.-Phase eine bessere Leistung brauchen, egal gegen welchen Gegner.“ Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) hatte zuvor angemerkt, dass die ersten beiden Spiele „keine Torwartspiele“ gewesen seien. Gegen Ecuador musste Neuer zwar mehrfach eingreifen, sah aber beim Gegentreffer zum 1:2 unglücklich aus. Auch bei Bayern München zeigte er in dieser Saison Aufs und Abs. Für die K.o.-Phase braucht das Team Neuer in der Gala-Form, die er in Champions-League-Spielen gegen Real Madrid oder Paris Saint-Germain gezeigt hatte. Neuer selbst blickt optimistisch auf die kommenden Aufgaben: „Für mich als Torwart ist es so, dass je bekannter die Mannschaften werden, desto einfacher ist es auch für mich. Weil ich die Mannschaften und die Spieler aus dem internationalen Fußball kenne. Und man dann schon eher weiß, was auf einen zukommt.“

Abwehr zu anfällig

In allen drei Gruppenspielen kassierte die DFB-Elf mindestens ein Gegentor – insgesamt drei. Das könnte in der K.o.-Phase tödlich sein, warnt Kapitän Joshua Kimmich (31): „Fakt ist natürlich, dass der Gegner sehr einfach zu Chancen kam. Da haben wir die langen Bälle nicht immer gut verteidigt bekommen.“ Die Abstimmung in der Defensive wirkt noch nicht perfekt; Gegner kommen zu oft gefährlich in den Strafraum. Gegen Ecuador leisteten sich unter anderem Nmecha und Tah Fehler, die zu Gegentreffern führten. Die Mannschaft muss diese Schwäche schnell abstellen.

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Mittelfeld mit Lücken

Im zentralen Mittelfeld klaffen zu oft große Löcher, die die Gegner mit schnellen Angriffen ausnutzen. Die Balance zwischen Nmecha und Pavlovic, die erst seit Kurzem zusammen spielen, stimmt noch nicht immer. Daher kam nach dem Ecuador-Spiel erneut die Diskussion auf, ob Führungsspieler Kimmich nicht doch wieder auf die Sechserposition rücken sollte, wie er es bei Bayern tut. Neuer dazu: „Gegen solche Mannschaften ist es gerade im Umschaltspiel wichtig, dass wir die zweiten Bälle gewinnen. Wir haben schon gute Situationen gehabt von unseren Sechsern, Achtern, die in diesen Umschaltmomenten auch die Bälle gewonnen haben, wo wir dann auch Torchancen kreiert haben. Dementsprechend glaube ich schon, dass wir das im Tank haben und das auch zeigen können.“

Offensive zu harmlos

Gegen Curacao feierte die Mannschaft noch ein Torfestival, doch in den Spielen gegen Ecuador und die Elfenbeinküste war die Offensive weitgehend harmlos. Musiala und Wirtz sind noch weit von der erhofften Zauberform entfernt, und Havertz hing als Spitze zu oft in der Luft, ohne gefährliche Strafraumszenen zu kreieren. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat nur wenig Zeit bis zum ersten K.o.-Spiel am Montag. Kimmich fordert eine kritische Analyse: „Es ist wichtig, dass wir jetzt nicht sagen, wir waren ja schon Erster, wir konzentrieren uns auf Montag. Ich finde schon, dass wir das Spiel kritisch analysieren müssen. Wir müssen die Dinge ansprechen, die wir nicht gut gemacht haben. Das wird der Trainer auch sicherlich tun.“ Sonst drohe ein viel zu schnelles WM-Ende.

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