Kult-Trainer Wollitz attackiert DFB nach WM-Aus: „Mit Ansage gegen die Wand gefahren“
Wollitz attackiert DFB nach WM-Aus: „Gegen die Wand gefahren“

Claus-Dieter Wollitz (60), Trainer von Energie Cottbus und bekannt für seine deutlichen Worte, hat nach dem peinlichen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay (3:4 im Elfmeterschießen) scharf gegen den DFB geschossen. Der Aufstiegstrainer, der mit Energie in die 2. Bundesliga zurückkehrte, äußerte sich gegenüber BILD ungewöhnlich kritisch.

„Mit Ansage gegen die Wand gefahren“

Wollitz erklärte: „Das wurde mit Ansage gegen die Wand gefahren. Wenn man Fußball so kompliziert macht wie in Deutschland, kann das nichts werden.“ Er bemängelte vor allem die fehlende Freiheit der Spieler: „Bei Spielern wie Wirtz oder Musiala – und auch bei anderen – merkt man, dass sie komplett gehemmt Fußball spielen. Sie machen sich ständig Gedanken darüber, wo sie sich jetzt positionieren müssen. Diese Freiheit und Überzeugung, auch mal selbst Entscheidungen auf dem Platz zu treffen, sieht man kaum noch.“

Der 60-Jährige forderte: „Wir sollten den einzelnen Spielern individuell mehr Möglichkeiten und Freiräume geben. Warum spricht man denn sonst vom Freigeist? Schauen Sie sich mal die Engländer, die Franzosen oder die Argentinier an, was die für ein Repertoire an Spielern haben. Die wechseln und wechseln – und es wird immer besser.“

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Wollitz setzt auf Freiheit im Training

Während beim DFB nach der Pleite alles auf dem Prüfstand steht, herrscht bei Energie Cottbus nach dem Aufstieg beste Stimmung. Der Kult-Trainer scherzt im Training mit seinen Spielern, lässt ihnen im Trainingsspiel alle Freiheiten und greift nur selten mit Anweisungen ein. „Ich finde es wichtig, die Jungs so zu begleiten, dass sie Bock haben und sich wohlfühlen. Gerade junge Spieler müssen das Gefühl bekommen, dass man ihnen vertraut, dass sie sich frei bewegen dürfen und nicht immer nur Schema, Schema, Schema. Ein bisschen mehr Freiheiten, mehr Lust auf den Ball – das ist sinnvoller, als jedem zu zeigen, wie jeder Laufweg sein muss. Davon halte ich nichts“, so Wollitz.

Kritik an Nachwuchsarbeit im Osten

Wollitz übte auch Kritik an der Nachwuchsarbeit. Bei der WM war mit Maximilian Beier (23), der in Cottbus ausgebildet wurde, nur ein Spieler aus dem Osten dabei. Für Wollitz kein Zufall: „Ich habe das bei uns selbst angemahnt, weil das aus meiner Sicht mit den Möglichkeiten, die wir haben, nicht ausreichend ist. Ich glaube, wir müssen uns mehr von den Ergebnissen lösen. Im Osten geht es oft zu sehr ums Resultat. Wenn Energie gegen Dresden spielt, ist die Rivalität größer, als den einzelnen Spieler individuell weiterzuentwickeln. Maxi Beier hat man damals hier auch verpasst – der ist am Ende ablösefrei nach Hoffenheim gewechselt.“

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