Die Debatte um die optimale Position von Joshua Kimmich in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft erhält prominente Unterstützung für eine Umstellung. Die beiden Ex-Kapitäne Lothar Matthäus und Philipp Lahm sprechen sich dafür aus, den 30-jährigen Münchner künftig nicht mehr als Rechtsverteidiger, sondern im Mittelfeld einzusetzen. Beide sehen dort deutlich mehr Potenzial für den Spieler und die Mannschaft.
Matthäus: Kimmich braucht zentralere Rolle
„Kimmich ist für die Mannschaft so wichtig“, sagte Matthäus der „Bild“-Zeitung. „Da sollte er für mich in einer zentraleren Position spielen, um seinen Mitspielern zu helfen.“ Der Rekordnationalspieler betonte, dass ihm im aktuellen DFB-Team ein Führungsspieler im Mittelfeld fehle, der das Spiel lenke und die jungen Spieler unterstütze. „Das heißt nicht, dass Kimmich hinten schlecht spielt. Aber das System hat sich verschoben und auch die Mannschaft hat ganz andere Spielertypen, die weniger Erfahrungen haben, die weniger Erfolge mitbringen.“
Lahm: Stärken werden im Mittelfeld sichtbarer
Philipp Lahm, der selbst jahrelang als Außenverteidiger Weltklasse war, argumentiert ähnlich. Im „Kicker“ schrieb der 40-Jährige: „Er hat dort etwa zehn Jahre auf hohem Niveau gespielt, in der Nationalelf wie beim FC Bayern. Er würde der Mannschaft Stabilität geben, seine Stärken würden deutlich mehr sichtbar werden. Er kann der Defensive helfen, genau wie der Offensive mit seinen tiefen Pässen.“ Lahm sieht Kimmich als idealen Sechser oder Achter, der das Spiel von hinten heraus organisieren kann.
Kimmich bisher nur als Außenverteidiger im Turnier
Die deutsche Mannschaft trifft am Montagabend (22.30 Uhr/MagentaTV und ZDF) im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft auf Paraguay. Kimmich kam wie schon bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren auch bei diesem Turnier bisher ausschließlich als Außenverteidiger zum Einsatz. Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte zuletzt betont, dass er Kimmich auf der rechten Abwehrseite sehe, doch die Kritik an dieser Entscheidung wächst.
Debatte um Kimmichs Zukunft
Die Diskussion um die beste Position für Joshua Kimmich begleitet den 81-maligen Nationalspieler bereits seit Jahren. Während er beim FC Bayern unter verschiedenen Trainern sowohl im Mittelfeld als auch in der Verteidigung spielte, setzt die Nationalmannschaft seit der Ära von Joachim Löw vor allem auf die Außenverteidiger-Rolle. Kimmich selbst äußerte sich zuletzt zurückhaltend: „Ich spiele, wo der Trainer mich hinstellt. Hauptsache, ich helfe der Mannschaft.“
Lahm und Matthäus sind sich einig, dass Kimmichs Qualitäten im Mittelfeld besser zur Geltung kommen. „Er kann der zentrale Anker sein, der das Tempo vorgibt und die Bälle verteilt“, so Lahm. Matthäus ergänzte: „Mit seiner Erfahrung und seiner Spielintelligenz ist er prädestiniert für die Schaltzentrale.“ Ob Bundestrainer Nagelsmann die Umstellung vollzieht, bleibt abzuwarten. Das Spiel gegen Paraguay könnte ein erster Test sein – zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung.



