Rudi Völler kritisiert Nagelsmanns Kommunikation bei WM-Aus
Völler kritisiert Nagelsmanns Kommunikation bei WM-Aus

Rudi Völler, Sportchef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hat die Kommunikation des zurückgetretenen Bundestrainers Julian Nagelsmann während der Weltmeisterschaft scharf kritisiert. In einem gemeinsamen Interview mit ARD, „Bild“, „Frankfurter Rundschau“, der „Funke Mediengruppe“, „Kicker“ und „Süddeutscher Zeitung“ erklärte Völler, dass Nagelsmanns Art, Entscheidungen zu verkünden, zu einer „schlechten Stimmung“ in der Mannschaft geführt habe. Am Ende habe es „keine Basis mehr“ für eine Zusammenarbeit gegeben.

Die Macht der Fotos unterschätzt

Völler räumte ein, dass der DFB „die Wucht und die Macht der Fotos“ unterschätzt habe. Er bezog sich dabei auf ein „ominöses Foto von Lena auf dem Fahrrad“, das während der WM für Aufsehen sorgte. Nagelsmanns Ehefrau war auf Bildern beim Radfahren zum Training zu sehen, was von Medien und Experten als Ablenkung für die Spieler kritisiert wurde. Völler stellte jedoch klar: „Aber deswegen haben wir nicht drei Elfmeter verschossen gegen Paraguay.“ Das frühe Aus in der ersten K.o.-Runde gegen Paraguay war das dritte WM-Aus in Serie für die deutsche Nationalmannschaft.

Völler verteidigt Quartier und Nagelsmann

Trotz der Kritik an der Kommunikation verteidigte Völler das Team-Quartier, das als „langweilig“ bezeichnet worden war. „Die Unterkunft ist immer nur so gut, wie am Ende die Platzierung war“, sagte er. Die Trainingsbedingungen seien „sensationell“ gewesen. Er verwies darauf, dass Überraschungsteam Norwegen in der Nähe gewohnt habe und nicht in der ersten K.o.-Runde gescheitert sei. Das wiederholte frühe Aus sei „kein Zufall“. „Auf gewissen Positionen sind wir auch nicht mehr absolut top, absolute Weltklasse. Daran muss man arbeiten“, so Völler, der seinen Vertrag beim DFB bis 2028 erfüllen wird und künftig mit Wunsch-Bundestrainer Jürgen Klopp zusammenarbeiten möchte.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Nagelsmann als Glücksfall verteidigt

Völler sprach sich dennoch vehement für Nagelsmann aus. Er werde „niemals etwas anderes sagen, als dass es ein Glücksfall war, ihn zu bekommen“. Völler hatte Nagelsmann im September 2023 nach der Trennung von Hansi Flick als „Wunschlösung“ für den Job als Nationaltrainer gewonnen. „Julian hat leider diesen Kredit, den er relativ lange hatte, schon vor der WM und dann auch während der WM nicht mehr gehabt. Das empfand ich als ein bisschen ungerecht“, sagte Völler. Das WM-Aus wird nun als Geschichte eines Selbstbetrugs und eines Trainers, der sich verloren hat, rekonstruiert.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration