Preußen Münster hat bei der Kaderplanung für die kommende Saison in der 3. Liga einen Rückschlag erlitten. Maurice Boakye, ein 21-jähriges Stürmertalent vom Hamburger SV, stand lange auf der Wunschliste der Münsteraner, wechselt nun jedoch ablösefrei zum portugiesischen Erstligisten CS Marítimo. Der Deutsch-Ghanaer unterschrieb einen Dreijahresvertrag auf Madeira.
Boakye entscheidet sich für Portugal
Boakye hatte in der abgelaufenen Saison für die U23 des HSV in der Regionalliga Nord starke Leistungen gezeigt: In 33 Spielen erzielte er 23 Tore und bereitete vier weitere vor. Sein auslaufender Vertrag beim HSV wurde nicht verlängert, da er keine Perspektive in der ersten Mannschaft sah. Neben Preußen Münster hatten auch Arminia Bielefeld und der VfL Bochum Interesse bekundet. Letztlich entschied sich Boakye jedoch für den Wechsel nach Portugal, wo Marítimo nach drei Jahren Zweitklassigkeit als Meister der Segunda Liga in die erste Liga zurückgekehrt ist.
Sportdirektor Uphues bleibt gelassen
Sportdirektor Jan Uphues (38) zeigte sich trotz des geplatzten Transfers gelassen: „Wir sind nicht untätig, um eine Verstärkung für den Sturm zu finden. Aber natürlich brauchen wir hier besonders viel Geduld.“ Er verwies darauf, dass der Transfermarkt erst nach der Weltmeisterschaft (ab 18. Juli) richtig in Schwung komme, wenn in der Bundesliga und 2. Liga gesichtet und aussortiert werde. Dann könnten Spieler als Leihgaben in die 3. Liga wechseln.
Angriffsschwäche als großes Problem
Der Zweitliga-Absteiger sieht im Angriffszentrum den größten Handlungsbedarf. Gesucht wird ein robuster Mittelstürmer, der Bälle festmachen, auflegen und selbst Tore erzielen kann. Mit Oscar Vilhelmsson (22) und Joshua Mees (30) stehen zwar zwei erfahrene Offensivspieler im Kader, doch beide waren zuletzt extrem verletzungsanfällig. Die jungen Talente Leon Tasov (21), Marvin Schulz (22) und Montell Ndikom (21, von Hannover II) sowie Malik Batmaz (26), der nach zwei Kreuzbandrissen wieder in Form kommen muss, können die Lücke nicht vollständig schließen.
Paul Jaeckel wechselt nach Magdeburg
Derweil hat Paul Jaeckel (27), der vor einem Jahr von Union Berlin zu Preußen Münster gekommen war, einen neuen Arbeitgeber gefunden. Der Innenverteidiger wechselt zum Zweitligisten 1. FC Magdeburg und bleibt damit in der 2. Liga.
Geldstrafe wegen Pyro-Vorfällen
Neben den sportlichen Herausforderungen muss der Verein auch eine finanzielle Belastung stemmen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verhängte eine Geldstrafe von 36.600 Euro gegen Preußen Münster, nachdem Fans beim Derby gegen Arminia Bielefeld am 25. April eine Pyro-Show veranstaltet hatten. Insgesamt zählte der DFB 59 bengalische Feuer und zwei Rauchtöpfe, die vor Spielbeginn im Fanblock der „Schwarz-Weiß-Grünen“ abgefackelt worden waren. Bis zu 12.200 Euro der Strafe kann der Verein für sicherheitstechnische oder Gewalt vorbeugende Maßnahmen verwenden.
Cheftrainer Thomas Wörle (44) lobte indes die bisherige Arbeit der Kaderplaner: „Ich kann nur den Hut davor ziehen, wie schnell und gut hier gearbeitet worden ist.“ Trotz der acht Neuzugänge in der Sommerpause bleibt die Stürmersuche jedoch eine unerledigte Aufgabe.



