VfB Stuttgart schreibt Vereinsgeschichte mit zweitem Finaleinzug in Serie
Der VfB Stuttgart hat mit dem zweiten Finaleinzug in Folge im DFB-Pokal ein Novum in der Vereinshistorie geschafft. Nach einem dramatischen 2:1-Sieg in der Verlängerung gegen den SC Freiburg träumt die Mannschaft von Sebastian Hoeneß nun vom nächsten Titel – und das ausgerechnet gegen den übermächtigen FC Bayern München.
„Wir haben noch viel vor. Wir haben noch zwei Riesenziele vor uns, die greifbar sind“, sagte ein emotional aufgewühlter Hoeneß nach der Partie. Der Coach lehnte es ab, nach dem Sieg auf den Zaun zu klettern, wie es die Fans skandierten. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass es der richtige Moment ist. Wenn wir eins, vielleicht beide Ziele erreichen, kann es passieren.“
Der Weg ins Finale: Ein dramatisches Halbfinale
Das Halbfinale gegen den SC Freiburg hatte alles, was ein Pokalklassiker braucht: Spannung, Dramatik und ein Last-Minute-Tor. In der Verlängerung entschied Tiago Tomás mit einem kunstvollen Absatztor in der 119. Minute die Partie. Zuvor war den Freiburgern ein Tor von Lucas Höler aberkannt worden, was für große Diskussionen sorgte. „Einen krasseren Fehler, glaube ich, kannst du nicht machen als Schiri“, kritisierte Nationalstürmer Deniz Undav. Hoeneß meinte: „Die Situation darfst du nicht abpfeifen.“
Sportvorstand Fabian Wohlgemuth stufte den Pokalfight als Partie „mit Potenzial für Herzrhythmusstörungen“ ein. Der VfB hatte zuvor mehrere Chancen vergeben, aber der Chancenwucher rächte sich nicht.
Die Herausforderung FC Bayern: „Beten, dass sie Fehler machen“
Im Finale am 23. Mai in Berlin wartet mit dem FC Bayern der frühzeitige deutsche Meister, der seinen ersten Pokaltriumph seit sechs Jahren anstrebt. Die Bilanz der Stuttgarter gegen die Bayern ist in dieser Saison ernüchternd: Ein 2:4 in der Liga, ein 0:5 in der Hinrunde und eine 1:2-Niederlage im Supercup. Dennoch gibt sich Hoeneß kämpferisch: „Wenn wir zehnmal gegeneinander spielen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir sehr viele Spiele verlieren. Aber wir müssen ja nur einmal spielen...“
Deniz Undav ergänzte mit einem Augenzwinkern: „Beten, dass sie Fehler machen, und wir die ausnutzen.“ Der Stürmer, der mit seinem Tor zum 1:1 die Verlängerung sicherte, betonte jedoch: „Es wird zwar sehr, sehr, sehr, sehr schwer, aber die Chance ist da.“
Hoeneß: „Dieser Spirit ist in dieser Mannschaft drin“
Trainer Sebastian Hoeneß sieht sein Team wie gemacht für die großen Aufgaben. „Sie sind für wichtige Spiele bereit und haben das, was es braucht, diese Spiele zu spielen. Dieser Spirit ist in dieser Mannschaft drin“, erklärte er. Der Triumph im Pokal 2025, der erste große Titel seit der Meisterschaft 2007, habe das Selbstverständnis der Mannschaft gestärkt.
Mit einem zusätzlichen Schub kann der VfB sich wie 2024 über die Bundesliga für die Champions League qualifizieren. Hoeneß gab dies im Pokal-Rausch deutlicher als zuvor als Ziel aus. Am Sonntag gegen Werder Bremen sollen die nächsten drei Punkte her.
Vorfreude auf das Finale gegen die Bayern
Die Vorfreude auf das Endspiel ist riesengroß. „In Berlin gegen Bayern Pokal-Finale zu spielen - da geht nichts mehr drüber“, sagte der 43-Jährige. „Aber wir werden auch nach Berlin fahren, um alles dafür zu tun, um zum zweiten Mal den Pokal in die Höhe zu strecken. Dann wäre es gegen die Bayern, dann ist es etwas, was in diesem Wettbewerb nicht zu toppen ist.“
Die Frage, ob Hoeneß dann auf den Zaun steigt, bleibt offen. Einmal ist er in seinen drei VfB-Jahren zu den Fans geklettert: Anfang Mai 2024, als eine 3:1-Gala gegen den FC Bayern den Weg zur späteren Vizemeisterschaft ebnete.



