Nach acht Jahren: Veritas-Trainer Roeseler hört auf
Veritas-Coach Roeseler legt Amt nach acht Jahren nieder

Nach acht Jahren legt Manuel Roeseler zum Saisonende sein Amt als Trainer der Landesklasse-Fußballer vom FSV Veritas Wittenberge/Breese nieder. Ein Nachfolger ist bereits gefunden. Der 47-jährige Coach beendet die Tätigkeit auf eigenen Wunsch. Im Gespräch mit unserer Redaktion blickt er auf diese Zeit zurück.

Gründe für den Rücktritt

„Den Wunsch haben wir im Dezember 2025 an das Präsidium herangetragen“, erzählt Manuel Roeseler. „Wir“ bedeutet in diesem Fall, dass neben dem Coach auch die Co-Trainer Maik Stolz und Christian Münster zum Ende der Saison aufhören. Roeseler nennt Gründe: „Die Zeit ist reif. Es ist ungewöhnlich, so lange auf diesem Posten zu sein. Es wird immer schwieriger, sich wieder neu für eine Saison zu motivieren. Außerdem ist es Zeit für die Mannschaft, ein anderes Gesicht zu sehen und eine andere Ansprache zu hören.“

Veritas und Roeseler – eine lange Verbindung

Veritas und Manuel Roeseler – das sind nicht nur die Jahre als Trainer. Er kickte auch für die Grün-Roten, gehörte zum Wittenberger Kader in der Brandenburgliga-Saison 2004/05. Nach seiner aktiven Zeit folgte der erste Trainerjob beim Kreisligisten SV Groß Buchholz. „Eine tolle erste Station. Als Trainer hab’ ich dann selbst den Platz abgekreidet. Das kannte ich nicht“, erinnert er sich.

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Im Jahr 2016 folgte der nächste Schritt als Co-Trainer beim FSV Veritas. „Es kam irgendwann mal der Wunsch, den Heimatverein, für den ich früher gespielt habe, zu trainieren“, berichtet Roeseler. Da kam die Anfrage vom damaligen Trainer Christian Krause genau richtig. Allerdings musste der neue Co-Trainer erst mal seine Frau überreden. Zwei Jahre später wurde er dann Krauses Nachfolger.

Erfolge und Erinnerungen

Es folgten acht Spielzeiten – mit Erfolgen. Rang drei in der Saison 2023/24 und zwei vierte Plätze (2020/21 sowie 2022/23). Gekrönt wurde dies vom Sieg im Kreispokal 2022. „Du hast gesehen, diesen Pokal wollte die Mannschaft unbedingt“, klingt auch heute noch Stolz in den Worten von Manuel Roeseler über den damaligen 3:0-Endspielsieg gegen den SV Blumenthal/Grabow. Sehr gefreut hat er sich in dieser Saison über Frederik Töpfer. Der Trainer formte den Abwehrspieler zum Stürmer um. Töpfer wurde mit 40 Treffern Torschützenkönig der Landesklasse West.

Neben den Erfolgen erinnert sich der Coach auch an eine Anekdote. Vor einem Punktspiel bei Lok Potsdam hatte er den Mund zu weit aufgemacht. In Sichtweite des Sportplatzes gab es ein Schloss mit Gaststätte. Bei einem 5:0-Sieg wollte Roeseler die gesamte Mannschaft auf seine Kosten dorthin einladen. Die Partie endete 4:0, mit einer Kiste Bier wurde es für ihn – trotz des mulmigen Gefühls – günstiger.

Herausforderungen und Zukunft

Nicht alles war rosig. „Die letzten beiden Jahre waren ziemlich anstrengend. Das ging an die Substanz. Vor allem die Derby-Niederlagen gegen Einheit Perleberg, das hat wehgetan“, sagt der 47-jährige Trainer. Auch für ihn sind diese Aufeinandertreffen besonders, haben einen gewissen Stellenwert. Allerdings versteht er den ganz großen Hype um das Kreisduell nicht so ganz. Für ihn sind das zwei von 30 Saisonspielen. Insgesamt gesehen war es für Roeseler eine Zeit, um Erfahrungen zu sammeln. Sich zu hinterfragen, alles richtig gemacht zu haben. Denn: „Vom Vorstand werde ich an den Ergebnissen gemessen. Was in der Mannschaft passiert, ist dem Vorstand egal. Ich muss den Kopf hinhalten.“

Die Zusammenarbeit mit dem Vorstand lobt Roeseler. Das gilt auch für seine Co-Trainer. Und erst recht für seine Ehefrau: „Sie hat mich mega unterstützt. Überhaupt ist der Familienrückhalt sehr wichtig.“ Auch in der Zukunft. Deshalb soll künftig mal spontan etwas an den jetzt fußballfreien Wochenenden unternommen werden. Ebenfalls auf dem Plan bei ihm: Angeln.

Eine Rückkehr auf die Trainerbank schließt Manuel Roeseler nicht aus. „Irgendwann. Aber das muss mich dann anfassen. Mit Sicherheit nicht nächste Saison“, erklärt er. Und wie stellt er sich seinen Nachfolger bei Veritas vor? „Er sollte nicht zu egoistisch sein und eine gute Kommunikation mit der Mannschaft haben“, lautet seine Antwort.

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Nachfolge steht fest

Die Nachfolge auf der Veritas-Bank nimmt konkrete Formen an. Mit Marcel Wolf und Manuel Buresch stehen zwei neue Coaches des Veritas-Trainerteams jetzt fest. Das gab der Verein in den sozialen Medien bekannt. Wolf startete seine Karriere als Spieler in der Jugend von Dynamo Dresden. In der Prignitz war er für Einheit Perleberg und zuletzt Hertha Karstädt aktiv. Über die künftige Aufgabenverteilung im Veritas-Trainerstab sowie weitere Personalien will der Club demnächst informieren.