Der deutsche Fußball trauert um Ex-Nationalspieler Manfred Ritschel. Der Außenstürmer starb kurz nach seinem 80. Geburtstag. Dies gab sein ehemaliger Verein Kickers Offenbach am Freitag bekannt.
Bundesliga-Karriere und Nationalmannschaft
Ritschel war ein Kind der Bundesliga. Zwischen 1969 und 1978 bestritt er 231 Bundesligaspiele für Borussia Dortmund, die Kickers Offenbach, den 1. FC Kaiserslautern und Schalke 04. 1975 schaffte er sogar den Sprung in die Nationalmannschaft. Unter dem damaligen Bundestrainer Helmut Schön absolvierte er drei Länderspiele und erzielte ein Tor. Im EM-Qualifikationsspiel gegen Bulgarien (1:1) verwandelte er einen Elfmeter. Der Legende nach sollen sich die Weltmeister Franz Beckenbauer und Paul Breitner vor der Ausführung gedrückt haben. Der Abstieg mit Offenbach 1976 verhinderte eine größere Karriere und seine Teilnahme an der EM-Endrunde.
Stationen und Erfolge
Seine Karriere hatte er bei Jahn Regensburg begonnen. Mit dem Jahn wäre er 1969 sogar beinahe in die Bundesliga aufgestiegen. Er wurde schließlich von Borussia Dortmund unter Vertrag genommen. Nach dem Abstieg des BVB 1972 wechselte er nach Offenbach. Auf dem Bieberer Berg erlebte er die beste Zeit seiner Karriere. Mit den Ex-Nationalspielern Siggi Held (83) und Erwin Kostedde (80) bildete er ein brandgefährliches Sturm-Trio. Höhepunkt seiner Zeit in Offenbach war ein 6:0-Sieg am 1. Spieltag 1974/75 über den FC Bayern, der mit sechs Weltmeistern in der Startelf aufgelaufen war.
Letzte Jahre und Nachruf
Seine Profi-Laufbahn ließ er in der 2. Liga, bei der SpVgg Fürth, ausklingen, bevor er noch einige Jahre als Trainer im Amateurbereich tätig war. In den letzten Jahren seines Lebens hatte er immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Er wurde mehrfach am Herzen operiert und überstand eine Darmkrebs-Erkrankung. Die Kickers schreiben in ihrem Statement: „Die OFC-Familie trauert um Manfred Ritschel. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen, Freunden und Weggefährten.“



