Tapalovic blickt auf bewegte Jahre mit Neuer zurück: "Ein Schlag ins Gesicht"
Manuel Neuer, der legendäre Torwart des FC Bayern München, feiert in diesen Tagen seinen 40. Geburtstag. Anlässlich dieses Jubiläums gewährt sein langjähriger Freund und ehemaliger Torwarttrainer Toni Tapalovic in einem exklusiven Interview tiefe Einblicke in ihre gemeinsame Zeit, die von Triumphen, aber auch von einem schmerzhaften Abschied geprägt war.
Von Teamkollegen zu Vertrauten: Eine besondere Beziehung
Tapalovic und Neuer verbindet eine Freundschaft, die weit über den Fußballplatz hinausreicht. "Wir kennen uns mittlerweile schon sehr lange", sagt Tapalovic. "Er ist der Taufpate meines Sohnes und auf jeden Fall ein Teil der Familie." Die gemeinsame Geschichte begann bereits auf Schalke, wo sie zunächst als Teamkollegen agierten, bevor Tapalovic später Neuers Torwarttrainer bei den Bayern wurde.
Über die Anfänge dieser ungewöhnlichen Konstellation berichtet Tapalovic: "Die Bayern hatten zu dieser Zeit keinen Torwarttrainer, weil Franz Hoeck den Verein zusammen mit Louis van Gaal verlassen hat. Dann hat Manu mich vorgeschlagen." Doch der Wechsel war nicht ohne Hürden: Tapalovic musste sich bei Jupp Heynckes vorstellen. "Ich bin nassgeschwitzt zu ihm nach Hause gefahren und habe vorgestellt, was mir beim Training wichtig ist", erinnert er sich. Heynckes' Zustimmung ebnete den Weg für eine erfolgreiche Ära.
Gemeinsame Erfolge und schmerzhafte Niederlagen
Unter Tapalovics Anleitung entwickelte sich Neuer zum Welttorhüter, der das Torwartspiel revolutionierte. Doch Tapalovic betont bescheiden: "Ich würde mich da selbst nicht hervorheben. Auch seine vorherigen Torwarttrainer auf Schalke haben einen Anteil daran." Stattdessen hebt er die Bedeutung des Teams hervor: "Ohne die Erfolge mit dem Team wäre er nicht Welttorhüter geworden. Du kannst der beste Torwart sein, aber wenn du keine Titel gewinnst, bist du kein Welttorhüter."
Zu den prägenden Momenten zählen nicht nur Triumphe wie das Triple 2013, sondern auch Rückschläge. "Man wächst oft in den Niederlagen", erklärt Tapalovic und nennt das verlorene Champions-League-Finale 2012 gegen Chelsea als Beispiel. Diese gemeinsamen Erfahrungen festigten ihre Bindung.
Der abrupte Abschied: "Für uns beide ein Schlag ins Gesicht"
Besonders emotional wird Tapalovic, wenn er auf sein Ende beim FC Bayern zu sprechen kommt. "So wie es gelaufen ist, war es nicht schön", sagt er mit Nachdruck. "Es war für uns beide ein Schlag ins Gesicht, weil wir uns nichts zu Schulden haben kommen lassen. Entsprechend schwer war es für uns, das zu verstehen."
Umso mehr schätzt er Neuers Loyalität in dieser schwierigen Phase. "In so einer Situation ist es natürlich immer schön, wenn jemand etwas Positives über dich sagt", gesteht Tapalovic. Diese Solidarität unterstreicht den Charakter ihrer Freundschaft, die auch nach dem beruflichen Bruch Bestand hat.
Neuers besondere Qualitäten: Ehrgeiz und Verlässlichkeit
Tapalovic schwärmt von Neuers einzigartigen Eigenschaften. "Sein Ehrgeiz ist außergewöhnlich. Er will immer gewinnen und stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft, egal was ist", beschreibt er den Torwart. Selbst bei gesundheitlichen Problemen sei Neuer bereit, alles für das Team zu geben.
Auch abseits des Platzes schätzt Tapalovic die Verlässlichkeit seines Freundes. "Egal was ist: Man kann sich immer auf ihn verlassen. Wenn man ihn braucht, ist er da." Eine solche Freundschaft sei im Profifußball selten. "Das muss sich ergeben", so Tapalovic. "Wenn Sie beide hochkommen und Erfolge feiern können, ist es eine Win-Win-Situation für alle. Schöner geht es nicht."
Ein besonderer Geburtstagswunsch
Zum 40. Geburtstag wünscht Tapalovic Neuer vor allem Gesundheit und familiäres Glück. "Das ist das Wichtigste", betont er. Materielle Geschenke seien zweitrangig; stattdessen bevorzuge Neuer gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden.
Das Interview offenbart nicht nur die Tiefe einer außergewöhnlichen Fußballfreundschaft, sondern auch die menschliche Seite zweier Profis, die gemeinsam Höhen und Tiefen durchlebten. Tapalovics Worte zeichnen das Bild einer Beziehung, die selbst über berufliche Brüche hinweg Bestand hat – ein seltenes Phänomen in der oft gnadenlosen Welt des Profifußballs.



