Der Wechsel von Rechtsverteidiger Simon Straudi (27) von Energie Cottbus zu Dynamo Dresden sorgt weiterhin für Spannungen. Energie-Coach Pele Wollitz (60) hatte öffentlich behauptet, Straudi habe bereits eine mündliche Zusage für eine Vertragsverlängerung in Cottbus gegeben. „Wir hatten von Straudi eine Zusage, auch das gehört zur Wahrheit. Dann hat sich da eine Dynamik ergeben. Wenn man eine Zusage gibt, hat man sie gegeben“, polterte der Trainer-Vulkan zum Trainingsauftakt der Cottbuser.
Straudi stellt klar: Keine feste Zusage
Doch das lässt Straudi nicht auf sich sitzen. „Das stimmt so nicht. Ich bin schon ein Mensch, der sein Wort hält. Hätte ich ein klares Ja gegeben, wäre ich jetzt wahrscheinlich in Cottbus“, stellt der Italiener zum Trainingsstart der Dynamos klar. „Die Entscheidung war sehr schwer. Aber ich hatte kein klares Ja oder Nein gegeben.“
Wollitz‘ Kritik im Detail
Wollitz hatte zudem betont: „Wir haben in der Rückrunde gezeigt, dass es ein absolutes Leistungsprinzip bei uns ist. Diesbezüglich hat er 14 Spiele bei uns von Beginn an gemacht und in den wichtigen Partien auf der Platte gestanden. Wenn das nicht ausreicht, um weiter zusammenzuarbeiten, akzeptieren wir das. Wenn die Zusage nicht mehr genügt, ist es so. Ohne Groll zu haben oder enttäuscht zu sein, ist es dann aber vielleicht auch besser so.“
Warum Straudi sich für Dresden entschied
Sein ablösefreier Wechsel wurde überhaupt erst möglich, weil sein Vertrag in Cottbus nur für die 3. Liga galt, er mit Energie aber bekanntlich den Aufstieg schaffte. Warum entschied sich Straudi letztlich für Dresden? „Ich hatte in Cottbus eine richtig schöne Zeit, habe mich dort auch sehr wohl gefühlt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Dresden nochmal eine andere Hausnummer ist und einen Ticken mehr zu bieten hat. Auch andere Anbindungen für mich und meine Familie. Das hat zu meiner Entscheidung beigetragen.“
Dynamo Dresden: Ein Verein mit internationaler Strahlkraft
Und natürlich in erster Linie Dynamo! „Der Verein ist international bekannt“, weiß Straudi. „Ich war einmal im Stadion, da haben wir mit Werder Bremen leider 3:0 verloren. Aber was da für eine Wucht entsteht, ist sehr reizvoll. Ich bin sehr happy, dass es jetzt geklappt hat.“
Konkurrenzkampf als Ansporn
Natürlich ist ihm dabei durchaus bewusst, dass der Konkurrenzkampf hoch und Rückkehrer Jonas Sterner hinten rechts erstmal gesetzt ist. „Dadurch, dass ich das in Cottbus schon mal hatte, kann ich glaube besser damit umgehen“, so Straudi, der zudem in der Abwehr rechts wie links spielen kann. „Ich konzentriere mich auf das, was ich beeinflussen kann. Und das ist meine Leistung. Dann bin ich sicher, dass ich auch meine Spielzeit bekomme.“
Herkunft und musikalische Vorlieben
Geboren und aufgewachsen ist der Verteidiger in Südtirol, von wo auch die bekannte Deutschrock-Band Frei.Wild stammt. Klar, dass deren Songs auch Straudi geprägt haben. „Früher, als ich so 16, 17 Jahre alt war, da war das bei uns in. Vor allem ein, zwei Lieder finde ich richtig cool. Weil es auch an die Zeit zurückerinnert, als ich zuhause war“, verrät Straudi, der ansonsten gerade viel spanische Musik hört.
Erster Italiener seit Vincenzo Grifo
Apropos Herkunft: Er ist der erste Italiener bei Dynamo Dresden seit Vincenzo Grifo (33), der nach seiner Kurzstation in Dresden 2014 beim SC Freiburg groß rauskam und sogar zum Nationalspieler der Azzurri wurde. „Dass er hier gespielt hat, wusste ich gar nicht“, staunt Straudi. „Ich glaube, das ist ein gutes Omen...“



