Er war die große Überraschung beim 4:3 (0:3) des FC Bayern in Mainz: Bara Sapoko Ndiaye (18). Der Senegalese stand das erste Mal seit seinem Wechsel im Januar in der Startelf des Deutschen Meisters. 77 Minuten durfte das Mittelfeld-Juwel auf der großen Bundesliga-Bühne zeigen, dass er sehr schnell, vielseitig und wendig ist!
Lob vom Trainer
Nach dem Comeback-Sieg sagte Meister-Trainer Vincent Kompany (40): „Das war ein guter Einsatz für einen jungen Spieler in einem unheimlich schwierigen Spiel. Er kann stolz sein!“ Vor drei Monaten sah jedoch noch wenig danach aus, dass Ndiaye mal sein Startelf-Debüt für den FC Bayern geben würde, denn der Leihspieler erlebte bisher ein schweres Jahr.
Freund: „Man muss die Geschichte kennen...“
Sportdirektor Christoph Freund (48): „Man muss die Geschichte kennen von Ndiaye: Er war die letzten sechs Monate viel verletzt und hat gar nicht viel trainiert. Er hat schon ewig nicht mehr in einer Fußballmannschaft ein ganzes Spiel gemacht oder begonnen. Deswegen war das heute wirklich nicht einfach für ihn. Aber ich finde, er hat es richtig gut gemacht – in so einer Halbzeit, wo es nicht läuft, dann auch noch seinen Mann so zu stehen.“
Bis dahin war es ein weiter Weg! Am 3. Januar gab der Verein überraschend bekannt: „Der FC Bayern leiht den Offensivspieler Bara Sapoko Ndiaye von den Gambinos Stars Africa aus. Der 18-Jährige erhält vorerst einen Vertrag bis zum 30. Juni 2026.“ Ein Hammer, denn Ndiaye kickte zuvor in Gambia in einer Fußballakademie, die von Ex-Fürth-Präsident Helmut Hack (76) gegründet wurde.
Ndiaye kam als Erster aus Bayerns Afrika-Akademie
Seit 2023 kooperieren die Gambinos Stars Africa mit „Red&Gold Football“, dem Joint Venture des FC Bayern mit dem Los Angeles FC zur internationalen Talententwicklung (weitere Partnerklubs: Jeju SK FC aus Südkorea, S.D. Aucas aus Ecuador und Racing Club de Montevideo aus Uruguay). Auch mit dem Schweizer Klub Grasshoppers Zürich, der zu 96,5 Prozent dem LAFC gehört, wird auf Talente-Ebene zusammengearbeitet.
Ndiaye war im Oktober 2024 mit den Gambinos Stars Africa zwei Wochen zum Training in München, inklusive Testspielsieg gegen Bayerns U19. Im Februar und März 2025 durfte das Juwel zwei Monate am Bayern-Campus mittrainieren, danach im Sommer zwei Monate bei den Grasshopper-Profis. Dort kam er auch im Testspiel gegen Bayern zum Einsatz und fiel auf. Im September und Oktober 2025 wurde Ndiaye für Probetrainings bei den Profis in München eingeladen. Doch die Verletzung stoppte ihn. Bei Bayern war nur Reha und zuschauen am Trainingsplatz möglich. Trotzdem wollten ihn Kompany und die Bayern-Bosse!
Das schwere Jahr von Bayerns Super-Juwel
Ndiaye wurde im Januar 2026 der erste Spieler, der es aus der Afrika-Akademie zu den Profis in München schaffte. Die Halbjahres-Leihe begann jedoch wieder erst mal mit Reha-Training. Der Verein teilte mit: „Aufgrund einer kleinen Blessur wird er erst nach dem Trainingsauftakt ins Mannschaftstraining der Profis einsteigen.“ Die genaue Diagnose blieb geheim.
Am 3. Februar dann das erste Team-Training bei Kompany – mit Landsmann Nicolas Jackson (24). Das Problem: Als Nicht-EU-Ausländer durfte Ndiaye nicht für das Regionalliga-Team Bayern II oder andere Jugendmannschaften des Klubs spielen. Damit war klar: Entweder er bekommt irgendwann Profi-Minuten oder die Leihe ist reines Training auf Top-Niveau.
Am 11. Februar überraschte Max Eberl (52), als er auf der Pressekonferenz über Ndiaye sagte: „Er ist kein wirklicher Transfer. Er ist einfach die Fortsetzung unserer Gambinos-Fußballschule, die wir in Afrika haben.“ Das klang nicht nach einer echten Verstärkung. Der Sportvorstand erklärte: „Er soll einfach adaptieren, europäischen Fußball kennenlernen. Er hat noch nie wirklich richtigen Fußball in einer Liga gespielt und jetzt soll er einfach hier adaptieren.“
Wie geht es im Sommer mit Ndiaye weiter?
Mitte März der erneute Rückschlag: Kapselverletzung im Training! Nach der kurzen Pause ging es dann endlich bergauf. Am 11. April wurde er in der 84. Minute auf St. Pauli (5:0) eingewechselt – sein Profi-Debüt. Dann folgten 14 Minuten gegen Stuttgart (4:2) und nun das Startelf-Debüt in der B-Elf gegen Mainz!
Freund: „Er ist ein sehr, sehr interessanter Junge mit einem super Charakter. Eine interessante Option für die Zukunft. Da freue ich mich sehr, dass das jetzt auch für ihn so ausgegangen ist.“ Nach der Leihe soll im Sommer entschieden werden, wie es mit Ndiaye weitergeht und was der beste nächste Schritt für ihn ist. Eberl: „Wenn das bei Bayern München ist, würden wir uns alle immens drüber freuen.“ Andernfalls könnte er fest verpflichtet und direkt verliehen werden!



