Später Doppelschlag: Dortmund besiegt Stuttgart im Bundesliga-Topspiel
Das Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga am Samstagabend hielt nicht, was die Paarung des Tabellenzweiten mit dem Dritten versprach. Über weite Strecken blieb es ein chancenarmes Duell, ehe Borussia Dortmund in der Nachspielzeit mit einem späten Doppelschlag den Sieg beim VfB Stuttgart einfror. Karim Adeyemi und Julian Brandt trafen in der 94. und 96. Minute zum 2:0 (0:0) und besiegelten damit einen wichtigen Auswärtssieg für den BVB.
BVB konzentriert sich auf Defensive und schlägt spät zu
Die Dortmunder hatten sich unter Trainer Niko Kovac weitestgehend auf defensive Sicherheit konzentriert und offensiv lange Zeit wenig Präsenz gezeigt. Erst in den Schlusssekunden fanden sie zu ihren ersten richtigen Torchancen, die Adeyemi und Brandt, beide als Einwechselspieler auf dem Feld, eiskalt verwerteten. Dieser späte Coup ermöglichte es dem BVB, den Vorsprung auf den VfB in der Tabelle auf elf Punkte auszubauen und sich weiter auf dem Weg zur Vizemeisterschaft zu festigen.
Stuttgart verpasst Chance für Champions-League-Platz
Für den VfB Stuttgart ist die Niederlage eine verpasste Gelegenheit im Kampf um die Teilnahme an der Königsklasse. Trotz eines dominanten Auftritts und langer Ballbesitzzeiten taten sich die Schwaben schwer, klare Torchancen zu kreieren. Nationalstürmer Deniz Undav, dessen Rolle bei Bundestrainer Julian Nagelsmann im Vorfeld viel diskutiert wurde, blieb ebenso ohne Treffer wie seine Mitspieler. Die Gastgeber bestimmten zwar das Geschehen, scheiterten aber an der Entschlossenheit in den Abschlussmomenten.
Erste Halbzeit ohne große Höhepunkte
In der ersten Spielhälfte boten beide Teams den 60.000 Zuschauern in der MHP Arena alles andere als ein Offensivspektakel. Der VfB brauchte knapp 20 Minuten, um erstmals gefährlich zu werden, nachdem ein Ballverlust von Ramy Bensebaini zu einem Abschluss von Angelo Stiller führte, der jedoch nicht zwingend genug war. Chris Führich war über die linke Seite ein Aktivposten, doch auch seine Versuche, darunter ein Freistoß und ein Eckball-Abschluss, verfehlten das Ziel.
BVB offensiv lange unsichtbar
Borussia Dortmund zeigte in der Offensive mit dem ehemaligen Stuttgarter Torjäger Serhou Guirassy kaum Präsenz. In der Defensive wurde der frühere VfB-Verteidiger Waldemar Anton von den Stuttgarter Fans mit lauten Pfiffen bedacht. Nach der Länderspielpause und der Trennung von Sportdirektor Sebastian Kehl musste Nachfolger Ole Book verfolgen, wie sein Team lange Zeit ins offensive Abseits geriet.
Zweite Halbzeit ohne Durchbruch für den VfB
Nach dem Seitenwechsel blieb der VfB die bestimmende Mannschaft, doch auch hier fehlte der letzte Schliff. Lorenz Assignon hätte die Schwaben in der 55. Minute in Führung bringen können, scheiterte jedoch an BVB-Keeper Gregor Kobel. Distanzschüsse von Stiller und Jamie Leweling gingen ebenfalls am Tor vorbei. In der Nachspielzeit zeigten dann die Dortmunder, wie man Effizienz nutzt, und sicherten sich mit den späten Treffern den Dreier.
Mit diesem Sieg beendete der BVB eine Serie von sieben Pflichtspiel-Begegnungen ohne Erfolg gegen den VfB Stuttgart und festigte seine Position im Kampf um die Champions-League-Plätze. Für die Stuttgarter hingegen bleibt die Niederlage ein Rückschlag auf dem angestrebten Weg in die europäische Königsklasse.



