Ermittlungsgruppe "Fahne" nimmt Arbeit nach Ausschreitungen im Harbig-Stadion auf
Die Dresdner Polizei hat eine spezielle Ermittlungsgruppe zur umfassenden Aufklärung der gewalttätigen Ausschreitungen beim Zweitliga-Fußballspiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC eingerichtet. Die Gruppe mit dem Namen "Fahne" besteht derzeit aus 14 Beamten und erhält Unterstützung durch Kollegen der Berliner Polizei, wie die Polizeidirektion Dresden in einer offiziellen Mitteilung bekannt gab.
Polizeipräsident verspricht konsequente Aufarbeitung
Dresdens Polizeipräsident Lutz Rodig (62) betonte die Bedeutung der Ermittlungen: "Unsere Aufgabe besteht darin, die genauen Abläufe der gewalttätigen Ausschreitungen vollständig aufzuklären und alle Tatverdächtigen für ihr Handeln zur Rechenschaft zu ziehen." Die Polizei hat bereits 19 Ermittlungsverfahren eingeleitet, die sich auf verschiedene Delikte konzentrieren:
- Schwerer Landfriedensbruch
- Körperverletzungsdelikte
- Sachbeschädigungen
- Beleidigungen
Super-Recognizer und umfangreiches Videomaterial
Bei der Identifizierung der Gewalttäter setzt die Polizei auf verschiedene Methoden. Für Täter aus dem Hertha BSC-Umfeld arbeiten die Dresdner Ermittler eng mit Berliner Kollegen zusammen. Bei Gewalttätern aus Dresden kommen spezielle Fähigkeiten zum Einsatz: "Wir setzen unter anderem auf die besonderen Fähigkeiten unserer Super-Recognizer", erklärte Polizeipräsident Rodig. Diese Experten verfügen über außergewöhnliche Fähigkeiten zur Gesichtserkennung.
Die Ermittlungsgruppe hat bereits umfangreiches Beweismaterial gesichert. Mehr als 330 Gigabyte Videomaterial liegen den Behörden vor und werden aktuell von Kriminalisten ausgewertet. Zur Unterstützung der Ermittlungen hat die Polizei ein spezielles Hinweisportal unter sn.hinweisportal.de eingerichtet und sucht aktiv nach Zeugen der Geschehnisse.
Chaotische Szenen während des Zweitliga-Spiels
Während des Spiels der 2. Fußball-Bundesliga im Dresdner Harbig-Stadion kam es zu chaotischen Szenen. In beiden Fanlagern wurde wiederholt Pyrotechnik gezündet. Anhänger beider Mannschaften überwanden Absperrzäune und attackierten sich gegenseitig im Innenraum des Stadions, wobei auch Feuerwerkskörper zum Einsatz kamen. Polizeibeamte mussten eingreifen, die verfeindeten Fanlager trennen und das Spielfeld absichern.
Die Ermittlungsgruppe "Fahne" wird ihre Arbeit in den kommenden Wochen intensiv fortsetzen, um alle Beteiligten an den gewalttätigen Ausschreitungen zu identifizieren und rechtliche Konsequenzen einzuleiten. Die Polizei betont, dass solche Gewaltexzesse im Fußballumfeld nicht toleriert werden und mit aller Konsequenz verfolgt werden.



