Paraguay ist als Gruppendritter ins Sechzehntelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft eingezogen und trifft dort auf Deutschland. Das südamerikanische Team hat in der Gruppenphase lediglich zwei eigene Treffer erzielt, überzeugt jedoch mit einer starken Defensive. Selbst in Unterzahl gegen die Türkei bewies die Mannschaft von Trainer Gustavo Alfaro ihre Abwehrstärke.
Defensive als Schlüssel zum Erfolg
Nach dem enttäuschenden 1:4 gegen Co-Gastgeber USA erholte sich Paraguay und zeigte in den folgenden Spielen eine solide Leistung. „Es war echt schwer, das harte Ergebnis zu verarbeiten, aber trotzdem hat unser Team in den zwei Spielen danach richtig solide gespielt“, sagte Alfaro vor dem Duell im NFL-Stadion der New England Patriots. Die vier Gegentore zum Auftakt waren untypisch für die Südamerikaner, die in der Qualifikation lediglich zehn Gegentore in 18 Spielen kassierten – nur Ecuador war defensiv stärker.
Unterzahl-Erfahrung und personelle Probleme
Bemerkenswert: Gegen die Türkei verteidigte Paraguay die frühe Führung die zweite Halbzeit lang in Unterzahl, nachdem Miguel Almirón die Rote Karte gesehen hatte. Der Flügelspieler von Atlanta United war als erster Profi bei dieser WM vom Platz gestellt worden, weil er sich in einem Wortgefecht die Hand vor den Mund gehalten hatte – ein Verstoß gegen die FIFA-Regeln zur Vermeidung von Rassismus. Gegen Deutschland ist Almirón wieder einsatzbereit. Allerdings muss Paraguay umbauen: Diego Gómez ist nach zwei Gelben Karten gesperrt, und der am Knie verletzte Innenverteidiger Omar Alderete ist fraglich.
Alfaro zieht Vergleiche zur Copa Libertadores
Trainer Alfaro betonte die unterschiedlichen Anforderungen zwischen WM und südamerikanischen Wettbewerben. „In einem anderen Kontext, an einem anderen Ort, hast du vielleicht drei Kontakte Zeit. Hier aber gilt: Wenn du das nicht mit zwei Kontakten löst, nimmt man dir den Ball weg“, sagte er. „80 Prozent unserer Spieler kommen aus genau diesem Niveau. Und genau deshalb ist es so schwierig, sich an dieses Niveau anzugleichen.“
Medien sehen Paraguay nicht chancenlos
Trotz der Außenseiterrolle sehen paraguayische Medien das Team nicht ohne Chance. „Obwohl der europäische Gigant mit seinen Toren eine beeindruckende Leistung abliefert, reist er nach der Niederlage gegen Ecuador angeschlagen an und beweist damit, dass er nicht unbesiegbar ist“, schrieb das Portal abc. Das Sechzehntelfinale findet am Montag um 22.30 Uhr statt und wird im ZDF und bei MagentaTV übertragen.



