Paraguay schockt DFB-Elf: Enciso köpft 1:0 im Achtelfinale der Fußball-WM
Paraguay führt 1:0 gegen Deutschland im WM-Achtelfinale

Die deutsche Nationalmannschaft liegt im Sechzehntelfinale der Fußball-WM gegen Paraguay überraschend mit 0:1 zurück. Julio Enciso erzielte in der 55. Minute per Kopf das Führungstor für die Südamerikaner. Nach einer Ecke konnte die DFB-Elf den Ball nicht weit genug klären, von rechts kam der Ball scharf in den Strafraum, wo Enciso völlig frei einköpfte. Torwart Manuel Neuer war chancenlos.

DFB-Elf als Favorit gestartet

Als Erster ihrer Vorrundengruppe war die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann gegen die in ihrer Gruppe drittplatzierten Paraguayer klarer Favorit. Doch die ersten 45 Minuten verliefen weitgehend ereignisarm. Deutschland hatte zwar mehr Ballbesitz und Ecken, konnte aber keine zwingenden Torchancen herausspielen. Die Paraguayer standen tief und lauerten auf Konter.

Bereits in der ersten Minute hatte Paraguay die erste Chance: Nach einem Eckball kam Alonso rechts am Pfosten an den Ball, traf ihn aber nicht richtig. Neuer musste nicht eingreifen. Auf der anderen Seite versuchte es Deniz Undav mit einem Lupfer, nachdem sich Deutschland über links in den Strafraum kombiniert hatte. Doch der Ball ging rechts am Tor vorbei.

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Nagelsmann fordert mehr „Drecksack-Mentalität“

Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte vor dem Spiel im ZDF-Interview eine „Drecksack-Mentalität“ von seinem Team gefordert: „Wir müssen, was die Drecksack-Mentalität angeht, auf das selbe Niveau kommen wie Paraguay.“ Bei MagentaTV erklärte er die Umstellung auf zwei Spitzen: „Durch eine zweite Spitze haben wir vorne mehr Präsenz und können die Bälle da reinspielen. Und Deniz hat es auch verdient.“

Nagelsmann betonte zudem, dass man höher verteidigen wolle als gegen Ecuador. Zur Aufstellung von Aleksandar Pavlovic im defensiven Mittelfeld sagte er: „Wir diskutieren immer alles. Aber wir müssen Pavlo schon Vertrauen schenken. Die letzten beiden Spiele waren nicht topp, aber er hat auch einen schweren Stand gehabt. Er hat auf jeden Fall ein Riesenpotenzial.“

Public Viewing in Berlin: Stimmung trotz Rückstand

In der Berliner Kulturbrauerei verfolgten rund 5000 Fans das Spiel beim Public Viewing. Inga Hofmann berichtete von gespannter Stimmung. „Auf geht's Deutschland, schießt ein Tor“, sangen einige Besucher. Alex, der ein Trikot von Antonio Rüdiger trug, schwärmte: „Hier ist einfach richtig geile Stimmung, alle sind gut drauf. Der Vibe hier in Berlin ist unvergesslich.“

Andere Fans äußerten sich kritisch. Nadja, Melli und Maren, die erstmals beim Public Viewing waren, wünschten sich mehr Biss und einen anderen Torwart. Undav sei als Joker wertvoll, aber in der Startelf umstritten. David fand die Entscheidung für Undav richtig: „Irgendwie muss der Bundestrainer es doch schaffen, die zwei besten Stürmer in die Startelf zu kriegen, und das sind nun mal Undav und Havertz.“

Hintergründe zum Spiel

Deutschland spielte in weißen Hosen statt der üblichen schwarzen, um den Kontrast zu Paraguays dunkelblauen Trikots für farbschwache Zuschauer zu erhöhen. Schiedsrichter war Jalal Jayed aus Marokko, der bereits das 7:1 gegen Curacao geleitet hatte. Die Temperaturen in Boston lagen bei 28 Grad, eine Trinkpause wurde in der ersten Halbzeit eingelegt.

Nico Schlotterbeck, der sich gegen die Elfenbeinküste verletzt hatte, war weiterhin an Krücken im Stadion und steht für den Rest des Turniers nicht zur Verfügung.

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