Montagvormittag, die dritte Trainingseinheit des FC St. Pauli in der Vorbereitung. Zwei Profis stehen das erste Mal auf dem Platz. Rechtsverteidiger Manolis Saliakas (29) ist nach „Baby-Alarm“ zurück. Der neue Innenverteidiger Marcus Mathisen (30/ablösefrei aus Magdeburg) gibt sein Debüt. Im Verlauf wird deutlich: Der Däne hat Gefühl im Fuß. Rechts, aber auch links. Bei einer Übung mit langen Diagonalbällen aus dem Mittelfeld landet die Kugel sehr präzise bei den Kollegen auf den Flügeln.
Mathisen: „Hamburg ist die beste Stadt in Deutschland“
Seit Freitag gehört Mathisen zum Kader. Über die Geschichte des Transfers sagt er: „Als ich das erste Mal von St. Paulis Interesse hörte, saß ich im Auto und meine Frau neben mir. Ich sah ihre Augen, die sagten: ,Oh, das ist schön.‘ Hamburg ist eine großartige Stadt. Für mich die beste Stadt in Deutschland. Außerdem ist es nah bei meiner Familie in Dänemark. Es war eine einfache Wahl für mich.“ Dazu kam das Sportliche. Mathisen: „Mein Gefühl war, das ist etwas, was ich tun muss. Das ist eine große Gelegenheit für mich.“
Trainer Rapp überzeugt mit klarer Idee
Das erste Treffen mit Sportchef Andreas Bornemann (54) und Trainer Marcel Rapp (47) überzeugte: „Wie Marcel über meine Rolle im Team gesprochen hat, habe ich gespürt: Er ist ein Coach mit einer Idee. Er wusste genau, wie ich spielen soll.“ Der Papa eines zehn Monate alten Kindes beschreibt sich als „gechillten Typen“. Mathisen: „Ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich Erfahrung habe. Ich kann jüngeren Spielern helfen. Ich bin ein Mensch, bei dem alle das Gefühl haben sollen, dass sie jederzeit zu mir kommen können.“
32 Gelbe Karten in drei Jahren: Mathisens Härte
Was nicht für seine Gegner gilt. Mit denen geht Mathisen nicht zimperlich um. 32 Gelbe Karten in drei Jahren 2. Liga sprechen eine klare Sprache. In Magdeburg war er in der Saison 2024/25 dreimal gesperrt. Zwei Gelb-Sperren, eine dritte wegen Gelb-Rot. „Wenn man meine Frau fragt, wie ich auf und neben dem Platz bin, dann wird sie sagen: Das sind zwei völlig verschiedene Personen. In der Abwehr mag ich es, aggressiv zu sein. Ich mag es, in Zweikämpfe zu kommen. Da bin ich ein richtiger Kämpfer.“ Aber: „Ich liebe es auch, den Ball zu haben. Als zentraler Innenverteidiger mag ich es auch, Chancen einzuleiten. Wenn ich die Möglichkeit habe, versuche ich, den Stürmer zu finden. Da bin ich ein bisschen eleganter.“
Erster Test gegen Altona 93
Am Dienstag könnte es den ersten Eindruck davon geben. Da testet St. Pauli bei Oberligist Altona 93 (18 Uhr, Adolf-Jäger-Kampfbahn).



