Kruse attackiert Nagelsmann: „Das hat in der Nationalmannschaft nichts zu suchen“
Kruse attackiert Nagelsmann wegen Undav-Aussagen

Kruse rechnet mit Nagelsmann ab: „Leistungsprinzip absolut gecrasht“

Die Diskussion um die Rolle von VfB-Stuttgart-Stürmer Deniz Undav in der deutschen Nationalmannschaft nimmt weiter Fahrt auf. Nachdem Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) trotz Undavs herausragender Saisonleistungen keine Stammplatzgarantie für den Angreifer geben wollte, meldet sich nun Ex-Nationalspieler Max Kruse (38) mit harscher Kritik zu Wort.

Undavs Leistungen sprechen für sich

Deniz Undav (29) absolviert beim VfB Stuttgart eine außergewöhnliche Spielzeit. In 38 Pflichtspielen war der Stürmer an 36 Treffern beteiligt und gilt aktuell als torgefährlichster DFB-Angreifer. Umso mehr verwundert die zurückhaltende Behandlung durch Nationaltrainer Nagelsmann, der vor der WM in den USA, Kanada und Mexiko die Diskussionen um Undavs Rolle mit seinen Aussagen nach dem 2:1-Testspielsieg gegen Ghana weiter anfachte.

Kruses vernichtende Kritik im Podcast

„Zu sagen, ich hatte mit dem ein Rollengespräch und das steht schon alles für die WM fest ... Da sagst du dem Spieler: Du kannst spielen, wie du willst, und kannst dich anstrengen, wie du willst. Und am Ende sitzt du sowieso maximal auf der Bank“, äußert Kruse in seinem gemeinsam mit Ex-Bundesliga-Profi Martin Harnik (38) betriebenen Podcast „Flatterball“. Der ehemalige Nationalspieler geht noch weiter: „Dieses Leistungsprinzip, von dem Julian Nagelsmann vor sechs Monaten geredet hat, ist absolut gecrasht. Und das hat in der deutschen Nationalmannschaft nichts zu suchen.“

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Harnik sieht fatalen Führungsfehler

Etwas diplomatischer, aber dennoch kritisch ordnet Podcast-Kollege Martin Harnik die Situation ein. Zwar befürwortet der Österreicher grundsätzlich Nagelsmanns Rollenverteilung, bei der jeder Spieler seinen Platz kennt. „Aber bei Undav sehe ich es aufgrund der Leistungen von ihm und der Nicht-Leistungen seiner Konkurrenten für zu frühzeitig an“, so Harnik.

Besonders stört den ehemaligen Bundesliga-Profi Nagelsmanns Reaktion auf Undavs Siegtreffer gegen Ghana. Der Trainer hatte den Treffer zwar gelobt, aber gleichzeitig angemerkt: „Ich glaube, wenn er schon vorher 70 Minuten in den Knochen hat, wird der lange Schritt schwer.“ Harnik kritisiert: „Im Grunde genommen wird dieses Tor von Undav schlecht gesprochen, um seine Entscheidungen selbst wieder zu rechtfertigen. Da trifft er auf Unverständnis in der Öffentlichkeit und auch bei mir.“

Der Österreicher zieht ein hartes Fazit: „Er sucht die Nadel im Heuhaufen, er sucht nach Gründen, um seine Entscheidung, die er unnötigerweise frühzeitig getroffen hat, zu untermauern. Und das ist für mich ein fataler Führungsfehler.“

Nagelsmann unter Druck

Die anhaltende Diskussion zeigt, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann mit seiner Personalpolitik unter zunehmenden Druck gerät. Während Undav auf dem Platz überzeugt, muss sich der Nationaltrainer nicht nur von Experten wie Kruse und Harnik, sondern auch von vielen Fußballfans kritische Fragen zu seinen Entscheidungen gefallen lassen. Die WM in Nordamerika rückt näher, und die Debatte um die optimale Besetzung des deutschen Angriffs dürfte bis zum Turnierbeginn weiter anhalten.

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