Fahrgäste der Deutschen Bahn können sich freuen: Die Preise für ICE-Tickets bleiben im kommenden Jahr stabil. Bahnchefin Evelyn Palla kündigte in der „Bild am Sonntag“ an, dass die Preise ab dem 1. Mai für zwölf Monate nicht steigen. Bereits im Dezember 2025 war die übliche jährliche Preiserhöhung ausgefallen. Damit verzichtet die Bahn nun zum zweiten Mal in Folge auf eine Anhebung der Fahrpreise im Fernverkehr.
Gründe für den Preisstopp
Die Bahn steht wegen zahlreicher Zugverspätungen und Unpünktlichkeit seit Langem in der Kritik. Palla hatte vor einem halben Jahr einen Neustart bei dem Staatskonzern angekündigt. „Neustart bei der Deutschen Bahn heißt mehr Verantwortung übernehmen und neue Prioritäten setzen“, sagte die Vorstandsvorsitzende. „Oberste Priorität hat jetzt: Fahren, Fahren, Fahren und dafür sorgen, dass die Menschen in Deutschland sich das Reisen weiter leisten können.“
Hintergrund: Bisherige Preispolitik
In den vergangenen Jahren hatte die Bahn ihre Preise im Fernverkehr regelmäßig zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember angehoben. Begründet wurde dies vor allem mit steigenden Personal- und Energiekosten. Zuletzt waren Ende 2024 die sogenannten Flexpreise durchschnittlich um 5,9 Prozent gestiegen. Der Fernverkehr mit ICE, Intercity und Eurocity wird von der Bahn auf eigene Rechnung betrieben.
Regionalverkehr wird teurer
Während die Bahn im Fernverkehr auf Preiserhöhungen verzichtet, steigen die Ticketpreise im Regionalverkehr vielerorts deutlich. Die Preise für Fahrten in Regionalzügen werden in der Regel von den Verkehrsverbünden festgelegt. Viele Verbünde haben zum Jahreswechsel ihre Tarife erhöht:
- Berlin-Brandenburg (VBB): Die Preise stiegen im Januar um durchschnittlich 6 Prozent. Eine Einzelfahrt innerhalb des S-Bahn-Rings kostet nun 4 Euro, 20 Cent mehr als zuvor.
- Rhein-Ruhr (VRR): Der Verbund beschloss eine Erhöhung um knapp 5 Prozent.
- Bremen/Niedersachsen: Hier betrug die Steigerung 5,1 Prozent.
- München: Bus- und Bahnfahren wurde im Schnitt um 4 Prozent teurer. Der Einzelfahrschein in den zentralen Zonen M und 1 kostet nun 4,20 Euro, die Streifenkarte 18,70 Euro.
Deutschlandticket ebenfalls teurer
Auch das bundesweit gültige Deutschlandticket für den Nah- und Regionalverkehr wurde teurer. Bund und Länder haben den Preis zuletzt auf 63 Euro erhöht. Künftig sollen weitere Preissteigerungen nicht mehr politisch entschieden, sondern anhand eines neuen Preisindex berechnet werden.
Die Bahn hofft, mit dem Preisstopp im Fernverkehr Kunden zurückzugewinnen und das Vertrauen in die Pünktlichkeit zu stärken. Ob dies gelingt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.



