Italienischer Fußballverband nach WM-Aus: Buffon und Gravina treten zurück
Das dritte Debakel in Folge bei der Qualifikation für eine Fußball-Weltmeisterschaft zieht nun auch personelle Konsequenzen im italienischen Fußballverband FIGC nach sich. Nur zwei Tage nach dem erneuten Scheitern in den Playoffs gegen Bosnien-Herzegowina haben sowohl der Sportdirektor und ehemalige Weltklasse-Torwart Gianluigi Buffon als auch der Verbandspräsident Gabriele Gravina ihre Ämter niedergelegt.
Buffon folgt Gravina nach spontanem Rücktrittsentschluss
Der 48-jährige Buffon hatte in einem Instagram-Post erklärt, dass er nach der Niederlage im Elfmeterschießen mit 1:4 zunächst spontan zurücktreten wollte, aber gebeten wurde, diese Entscheidung zu überdenken. „Nun, da Präsident Gravina zurückgetreten ist, fühle ich mich frei das zu tun, was ich für verantwortungsvoll halte“, schrieb der Weltmeister von 2006. Trotz aller Überzeugung und Bemühungen sei es ihm im Team nicht gelungen, Italien wieder zu einer WM zu führen.
Buffon betonte die emotionale Bedeutung seiner Rolle: „Die Nationalmannschaft zu vertreten, ist für mich eine Ehre und eine Leidenschaft, die mich seit meiner Kindheit begleitet. Ich trage all dies in meinem Herzen und bin dankbar für das Privileg und die Lehren, die mir diese intensive Erfahrung – trotz ihres schmerzhaften Nachspiels – vermittelt hat.“
Politische Einmischung und Druck auf Verbandspräsident
Zuvor war bereits der 72-jährige Verbandspräsident Gabriele Gravina zurückgetreten, der massiv unter Druck stand. Sogar aus der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni war er zum Rücktritt gedrängt worden. Der viermalige Weltmeister Italien hat sich damit zum dritten Mal in Folge nicht für eine Fußball-WM qualifizieren können, was eine beispiellose Krise im italienischen Fußball markiert.
Offene Fragen zur Zukunft von Nationaltrainer Gattuso
Während die Nachfolge an der Spitze des Verbandes nach einer Mitteilung am 22. Juni geregelt werden soll – also während der WM in den USA, Kanada und Mexiko – bleibt die Zukunft von Nationaltrainer Gennaro Gattuso ungewiss. Der 48-jährige Trainer, der bei Italiens Titelgewinn bei der WM 2006 in Deutschland als Spieler dabei war, ist ebenfalls sehr umstritten. Einige Medien berichten, dass sein Abschied sehr wahrscheinlich ist.
Die historische Dimension des Niedergangs wird deutlich: Der Sieg im WM-Finale 2006 gegen Frankreich war für Italien der letzte Erfolg in einem K.o.-Spiel einer Weltmeisterschaft. Seither folgten:
- 2010 und 2014: Ausscheiden in der Vorrunde
- 2018 in Russland und 2022 in Katar: Scheitern in der Qualifikation
- 2026: Erneutes Aus in den Playoffs gegen Bosnien-Herzegowina
Diese Serie von Misserfolgen hat nun zu den ersten personellen Konsequenzen geführt, während der italienische Fußball vor einer tiefgreifenden Neuausrichtung steht.



