Uli Hoeneß hat sich in einem Interview an die Endphase von Thomas Müller beim FC Bayern München erinnert und dabei eine kritische Anmerkung gemacht. Der Ehrenpräsident des deutschen Rekordmeisters verglich den 36-Jährigen mit einem „Pressesprecher“. Bei DAZN erklärte Hoeneß: „Thomas hat ja am Schluss mehr geredet als Fußball gespielt. Am Schluss war er nur noch der Pressesprecher und ich habe wirklich mit ihm gar kein Problem. Aber der hat es schon geschickt verstanden, sich persönlich super zu verkaufen, auch zu einem Zeitpunkt, wo er bei uns schon auf der Bank saß.“
Hoeneß hält Tür für Rückkehr offen
Trotz dieser Worte betonte Hoeneß, dass die Tür für eine Rückkehr Müllers zum FC Bayern weiterhin sperrangelweit offen stehe. „Dieses Angebot besteht nach wie vor“, sagte der 74-Jährige. Er hatte bereits einen konkreten Plan für den Rekordspieler parat, der jedoch nicht umgesetzt wurde, da Müller sich für einen Wechsel in die Major League Soccer (MLS) zu den Vancouver Whitecaps entschied.
Der geplante Sabbatical und die Weiterbildung
Hoeneß schilderte seine Vorstellung: Müller hätte zunächst ein halbes Jahr pausieren und ein „Sabbatical“ einlegen sollen. In dieser Zeit hätte er sich weiterbilden können, denn „heute ist ein Fußballverein kein kleiner Laden mehr, sondern ein Konzern, eine Unterhaltungsindustrie.“ Konkret schwebte Hoeneß vor, dass Müller sechs Wochen zur NBA, sechs Wochen in die MLS, sechs Wochen in die NFL oder zu Vereinen wie Manchester United geht, „die marketingseitig hervorragend aufgestellt sind.“
Nach diesen Eindrücken hätten sie gemeinsam die passende Position für Müller im Verein gesucht. Doch der Spieler entschied sich anders und verlängerte seine aktive Karriere in Nordamerika. Hoeneß zeigte dafür Verständnis: „Wenn mir heute jemand sagen würde, es gibt irgendwo noch einen Jungbrunnen und ich hätte die Chance, noch zwei Jahre zu spielen, dann würde ich in zehn Minuten wieder mit dem Training anfangen. Der Beruf des Spielers ist einfach unvergleichlich.“



