Hoeneß enthüllt: So sicherte sich der FC Bayern Vincent Kompany als Trainer
Hoeneß enthüllt: So sicherte Bayern Kompany als Trainer

Hoeneß enthüllt: So sicherte sich der FC Bayern Vincent Kompany als Trainer

Die turbulenteste Trainersuche in der Geschichte des FC Bayern liegt nun zwei Jahre zurück. Nach der beschlossenen Trennung von Thomas Tuchel im Sommer 2024 fand sich lange Zeit kein passender Nachfolger. Stattdessen hagelte es für die Münchner eine Absage nach der anderen. Am Ende einer dreimonatigen, nervenaufreibenden Suche wurde schließlich Vincent Kompany verpflichtet – kurz nachdem er mit dem FC Burnley sang- und klanglos aus der Premier League abgestiegen war. Eine mutige Entscheidung, die sich im Nachhinein als absoluter Volltreffer erwiesen hat.

„Nach einer halben Stunde wusste ich: Das ist er!“

„Wir waren anfangs skeptisch“, gesteht Ehrenpräsident Uli Hoeneß nun rückblickend im Interview mit dem „Kicker“. Die Initialzündung für die Verpflichtung kam von Sportvorstand Max Eberl. Das erste entscheidende Gespräch fand im Münchner Nobelrestaurant Käfer statt. Anwesend waren Herbert Hainer, Max Eberl, Sportdirektor Christoph Freund, Vincent Kompany und sein Vater, ein ehemaliger Bürgermeister in Belgien. Hoeneß erinnert sich: „Nach einer halben Stunde habe ich Max einen Stoß gegeben und den Daumen nach oben gezeigt. Ich wusste: Das ist er!“

Einen bedeutenden Fürsprecher hatte Kompany in Pep Guardiola, unter dem der Belgier jahrelang als Kapitän bei Manchester City spielte. Hoeneß verrät: „Als wir Pep Guardiola vor Vincents Verpflichtung anriefen und fragten, was er von ihm hält, sagte er, wir können ihn blind nehmen.“ Nach diesem Treffen gab Hoeneß Eberl den klaren Auftrag, die Verpflichtung unter Dach und Fach zu bringen. „Ich habe Max dann gesagt, er soll bitte Wäsche zum Übernachten mitnehmen. Ohne Vertrag brauche er nicht von den Verhandlungen zurückzukommen.“

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Vertragsverlängerung als strategischer Schachzug

Für den FC Bayern hat sich die Verpflichtung Kompanys längst als Glücksgriff erwiesen. Der Trainer genießt im Klub und bei den Fans höchstes Ansehen und steht für spektakulären Offensivfußball. Bereits im Oktober des vergangenen Jahres wurde er mit einer vorzeitigen Vertragsverlängerung bis 2029 belohnt. „Wann hat man schon mal nach gut einem Jahr den Vertrag verlängert? Der läuft jetzt bis 2029, das wären fünf Jahre – im heutigen Fußball eine Ewigkeit. Das war ein unglaublicher Vertrauensvorschuss“, so Hoeneß.

Doch die vorzeitige Bindung diente auch einem strategischen Zweck. In England wird Kompany immer wieder als möglicher Nachfolger Guardiolas bei Manchester City gehandelt, sollte dieser den Klub verlassen. Die Bayern haben ihren Erfolgscoach daher langfristig an sich gebunden. „Das war vor allem Überzeugung, das andere ein kleiner Hintergedanke“, gesteht Hoeneß. „Wir wollten zum Ausdruck bringen, dass wir von seiner Arbeit total überzeugt sind und er ein Trainer ist, der die Leute hier lange begeistern kann.“

Oliver Glasner: Der alternative Kandidat

Tatsächlich hatten die Bayern während ihrer verzweifelten Suche noch einen anderen Premier-League-Trainer im Visier. Noch vor Kontaktaufnahme mit Kompany wurde Oliver Glasner angefragt, der einst Eintracht Frankfurt und den VfL Wolfsburg in der Bundesliga trainierte. Hoeneß bestätigt nun: „Er wäre gekommen, hätte ihn Crystal Palace freigegeben.“

Laut übereinstimmenden Berichten scheiterte der Wechsel jedoch an einer astronomischen Ablöseforderung. Palace-Eigentümer Steve Parish soll für Glasner eine Summe von rund 100 Millionen Euro verlangt haben. Zum Vergleich: Für Kompany reichte eine Ablöse von etwa zehn Millionen Euro, um ihn aus seinem Vertrag beim FC Burnley herauszukaufen. Eine Entscheidung, die sich für den FC Bayern in jeder Hinsicht ausgezahlt hat.

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