Englische Fußballfans fordern Abschaffung des VAR in der Premier League
Fans fordern VAR-Abschaffung in Premier League

Englische Fußballfans fordern Abschaffung des VAR in der Premier League

Eine umfassende Umfrage unter englischen Fußballanhängern hat ein klares Ergebnis erbracht: Die Mehrheit der Fans wünscht sich die Abschaffung des Video-Assistant-Referee (VAR) in der Premier League. Die Erhebung der Football Supporters' Association (FSA) mit knapp 8000 Teilnehmern offenbart eine tiefe Unzufriedenheit mit dem seit sieben Jahren eingesetzten Videobeweissystem.

Überwältigende Mehrheit gegen den Videobeweis

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 76 Prozent der befragten Fans sprachen sich gegen den VAR aus. Mehr als 70 Prozent sehen keine Verbesserung bei der Entscheidungsgenauigkeit durch das System. Besonders bemerkenswert ist, dass 97 Prozent der Teilnehmer erklärten, der Fußball sei durch den VAR weniger unterhaltsam geworden. Über 90 Prozent sehen zudem das Stadionerlebnis als verschlechtert an.

Thomas Concannon, Manager des Premier-League-Netzwerks der FSA, kommentierte die Ergebnisse: "Die Menschen sind verärgert über die Dauer, die Genauigkeit und die verlorene Spontaneität. Der VAR nimmt dem Fußball das, was er eigentlich sein soll, und das, was diese besonderen Momente ausmacht."

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Premier League verteidigt das System

Die Premier League hält mit eigenen Argumenten dagegen. In einer offiziellen Stellungnahme verwies die Liga auf statistische Daten: In den vergangenen Spielzeiten habe der VAR pro Saison jeweils etwa 100-mal eingegriffen und dabei Fehlentscheidungen korrigiert. Die Liga betonte, eigene Untersuchungen würden darauf hindeuten, dass Fans mehrheitlich für den Verbleib des VAR seien, jedoch Verbesserungen in der Anwendung forderten.

Allerdings wollte die Premier League auf Nachfrage der FSA nicht offenlegen, wie diese positiven Zahlen zustande kommen. Die Kritik aus den Stadien bleibt laut: Entscheidungen sind oft nicht nachvollziehbar, und selbst die Einführung von Schiedsrichter-Erklärungen über die Stadionlautsprecher hat daran nichts geändert.

Fernsehzuschauer ebenfalls unzufrieden

Die Unzufriedenheit beschränkt sich nicht auf die Stadionbesucher. Laut der Umfrage verneinen 94 Prozent der Fans einen positiven Effekt des VAR auch beim Fernseherlebnis. Die emotionale Komponente des Spiels scheint den Anhängern wichtiger zu sein als absolute Entscheidungskorrektur.

Für eine tatsächliche Abschaffung des VAR müssten 14 der 20 Clubs der Premier League zustimmen. Bei der letzten Befragung der Vereine im Jahr 2024 votierten 19 Clubs für den Verbleib des Videobeweises. Die Kluft zwischen Vereinsentscheidungen und Fanmeinung könnte somit weiter bestehen bleiben.

Die Diskussion um den VAR wird auch in Zukunft für kontroverse Debatten sorgen. Während die Premier League auf statistische Korrekturerfolge verweist, betonen die Fans den Verlust von Spontaneität und emotionaler Unmittelbarkeit im Fußballerlebnis.

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