Deutschland startet gegen Paraguay ins Achtelfinale der Fußball-WM 2026
Deutschland gegen Paraguay im WM-Achtelfinale

Die deutsche Nationalmannschaft ist am heutigen Abend im Sechzehntelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gegen Paraguay gefordert. Nach dem überzeugenden Vorrundenabschluss gegen Ecuador geht das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann als Gruppensieger in die K.-o.-Runde. Paraguay hingegen belegte in seiner Gruppe nur den dritten Platz, was die Rollenverteilung klar macht: Deutschland ist der Favorit. Dennoch warnt Nagelsmann vor dem Gegner, der eine unangenehme Härte mitbringt.

Undav statt Musiala in der Startelf

Die größte Überraschung vor dem Anpfiff: Julian Nagelsmann verzichtet auf Jamal Musiala und setzt stattdessen auf Deniz Undav. Der Stuttgarter Stürmer bildet gemeinsam mit Kai Havertz eine Doppelspitze. Nagelsmann begründete die Entscheidung bei MagentaTV: „Durch eine zweite Spitze haben wir vorne mehr Präsenz und können die Bälle da reinspielen. Und Deniz hat es auch verdient.“ Das System wurde auf ein 4-4-2 umgestellt, um mehr Druck auf die paraguayische Abwehr auszuüben. Nathaniel Brown ersetzt zudem David Raum auf der linken Verteidigerseite.

Nagelsmann betonte auch die taktische Ausrichtung: „Wir wollen schon höher verteidigen als gegen Ecuador. Generell ist es superwarm, aber die Jungs sind fit und in jedem Fall in der Lage, Druck zu machen.“ Der Bundestrainer sprach zudem über die Rolle von Aleksandar Pavlovic im defensiven Mittelfeld: „Wir diskutieren immer alles. Aber wir müssen Pavlo schon Vertrauen schenken. Die letzten beiden Spiele waren nicht topp, aber er hat auch einen schweren Stand gehabt. Er hat auf jeden Fall ein Riesenpotenzial.“

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Paraguay als harter Brocken

Nagelsmann beschrieb die Herangehensweise an das Spiel und forderte von seinem Team eine besondere Mentalität: „Wir müssen, was die Drecksack-Mentalität angeht, auf das selbe Niveau kommen wie Paraguay.“ Damit spielte er auf die körperbetonte Spielweise der Südamerikaner an, die in der Vorrunde durchaus überzeugen konnten. Die deutsche Elf muss sich auf eine kompakte Abwehr einstellen, die nur schwer zu knacken ist. In den ersten Minuten des Spiels zeigte sich dies bereits: Paraguay kam zu einer frühen Eckball-Chance, bei der Alonso den Ball nicht richtig traf – Manuel Neuer musste nicht eingreifen.

Nach einer Viertelstunde hatte Deutschland mehr Ballbesitz und Ecken, aber der Unterhaltungswert hielt sich in Grenzen. Die Nagelsmann-Elf war zwar überlegen, aber noch nicht zwingend genug. Deniz Undav hatte die erste gute Möglichkeit: Nach einer Kombination über links lupfte er den Ball über den Torwart, aber das Leder strich am rechten Pfosten vorbei.

Stimmung in Berlin und die Fan-Perspektive

Rund 5000 Menschen versammelten sich in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg zum Public Viewing. Inga Hofmann berichtete von einer vorsichtig gespannten Atmosphäre. Die Fans diskutierten unter anderem über die Aufstellung: David (Bildmitte) fand die Entscheidung für Undav richtig: „Irgendwie muss der Bundestrainer es doch schaffen, die zwei besten Stürmer in die Startelf zu kriegen, und das sind nun mal Undav und Havertz.“ Andere Stimmen wie Nadja, Melli und Maren wünschten sich mehr Biss und einen anderen Torwart. Die fehlende Fanmeile am Brandenburger Tor wurde bedauert, aber die Kulturbrauerei bot einen kleinen Ersatz.

Die Hymnen wurden in Boston bei strahlendem Sonnenschein und 28 Grad gespielt. Deutschland trug die Heimtrikots, aber weiße Hosen – eine Maßnahme der FIFA, um den Kontrast für farbschwache Zuschauer zu erhöhen. Paraguay spielte in Dunkelblau.

Brasilien zittert sich weiter

Parallel zum deutschen Spiel fand das Sechzehntelfinale zwischen Brasilien und Japan statt. Brasilien gewann in der Nachspielzeit mit 2:1 durch ein Tor von Gabriel Martinelli. Japan war durch Kaishu Sano (1. FSV Mainz 05) in Führung gegangen, Casemiro glich aus. Brasilien trifft nun auf den Sieger der Partie Norwegen gegen die Elfenbeinküste. Japan reist vorzeitig ab – ein bekanntes Schicksal für die „Blue Samurai“.

Der frühere englische Nationalspieler Gary Lineker äußerte sich kritisch über die deutsche Mannschaft: „Ich glaube, dass dies eine der schwächsten deutschen Nationalmannschaften ist, die ich je gesehen habe.“ Er prophezeite einen leichten Sieg Frankreichs im möglichen Achtelfinale gegen Deutschland – sofern die DFB-Elf Paraguay besiegt.

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