„Es ist kein Geheimnis, dass ich mit den Spielern, die gehen, sehr gut befreundet bin“, sagte ein emotionaler Tim Danhof nach dem 3:2-Heimsieg des TSV 1860 München gegen den SSV Ulm 1846. Der 28-Jährige erzielte per direktem Freistoß das 1:0 (74.) und leitete damit eine wilde Schlussphase ein. Die sechs Löwen, deren Verträge nicht verlängert werden – Jesper Verlaat, Thore Jacobsen, Raphael Schifferl, Maximilian Wolfram, Morris Schröter und David Philipp – standen im Fokus. „Ich glaube, jeder andere in der Mannschaft fühlt mit“, ergänzte Danhof.
Kauczinski: „Jeder hat noch was zu erreichen“
Trainer Markus Kauczinski hatte überraschend drei der sechs Abgänge in die Startelf beordert. „Es hat jeder noch was zu erreichen – für die Mannschaft, für sich selber, für die Fans“, betonte der 56-Jährige. Er versprach: „Wir wollen das vernünftig zu Ende bringen.“ Die Leistung der Hausherren war zunächst uninspiriert, doch am Ende erwies sich 1860 als Sargnagel für Ulm, das kaum noch vor dem Abstieg in die Viertklassigkeit zu retten ist.
Danhof vor Vertragsverlängerung
Lese-Informationen zufolge hat Danhof im Gegensatz zu seinen Teamkollegen gute Chancen auf eine Vertragsverlängerung. Auf Nachfrage sagte er: „Ich glaube, es ist kein Geheimnis, dass wir uns in München wohlfühlen, der Rest wird sich zeigen.“ Torhüter Thomas Dähne, der mit zahlreichen Paraden zum Sieg beitrug, gab eine abgewogene Antwort: „Es ist in dem Geschäft normal, dass jedes Jahr Verträge auslaufen. Das ist genauso wie bei jedem anderen Unternehmen.“ Auf persönlicher Ebene sei es „natürlich schade“.
Paula gesteht finanzielle Gründe
1860-Boss Manfred Paula, der die Entscheidungen gemeinsam mit Kauczinski traf, rechtfertigte sich bei Magentasport: „Personalentscheidungen im Fußball werden immer kontrovers diskutiert.“ Er gestand nun doch finanzielle Zwänge ein, anders als ursprünglich kommuniziert. Der Österreicher Schifferl, der den Klub verlassen muss, wurde von der „Kronen Zeitung“ zitiert: „Der Klub will sich jetzt verändern. Ich bin froh, dass ich diese Wucht erleben durfte.“ Für die Zukunft sei er „für alles offen“.
Haugen: Zwei vergebene Chancen, ein Traumtor
Top-Torjäger Sigurd Haugen vergab zunächst zwei Großchancen, erzielte dann aber mit einem Alleingang und wuchtigem Abschluss ins Kreuzeck sein 15. Saisontor. Bleibt zu hoffen, dass 1860 für die kommende Saison viele solcher Spieler findet.



